Innerhalb weniger Tage hat sich der Wind gegen FIFA-Chef Infantino spürbar gedreht. Mehr als die Hälfte der Verbandsvertreter, konkret 136 von 211, lehnen den Einstieg privater Investoren bei der WM mehrheitlich ab – ungewöhnlich klare Fronten im sonst so kompliziert-verflochtenen Fußball-Machtapparat. Besonders hervor sticht dabei, dass Führungsfiguren wie Carlos Cordeiro nicht einfach verstummen, sondern lautstark Rückzug signalisieren. Diese Allianz der Gegner umfasst mit UEFA, Concacaf und AFC gewichtige Stimmen – vor allem, weil sie eine Zerstörung des fairen Wettbewerbs und das Risiko der Kommerzialisierung als größte Gefahren anprangern. Darüber hinaus berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, dass Infantino in den vergangenen Tagen intern unter Druck geraten sei, weil Teile seiner Vorgangsweise als intransparent kritisiert werden. Ein Aspekt, der in diesem Zusammenhang auffällt: Die Debatte um Investoren-Interessen im Weltfußball ist kein exotisches Einzelphänomen und spiegelt sich etwa auch in den Diskussionen um die Super League und die Rolle des Geldes im europäischen Fußball wider (siehe "Kritik an Investoreneinstieg bei der FIFA nimmt zu" in der FAZ sowie ähnliche Stimmen in süddeutschen Medien und auf internationalen Fußballportalen). Hinzu kommt, dass laut Der Spiegel und Süddeutscher Zeitung ein bedeutender Teil der Öffentlichkeit die Transparenzoffensive der FIFA für wenig glaubhaft hält – insbesondere beim Thema langfristige Verteilung der WM-Einnahmen und Kontrolle durch unabhängige Stellen.