Fifa: Kritik an Infantinos WM-Dekal-Plänen wächst – Berater wirft hin

Widerstand gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino: Seine Idee, Anteile der WM an private Investoren zu verkaufen, stößt auf breite Ablehnung – und bringt einen Top-Berater zum Rücktritt.

heute 13:12 Uhr | 2 mal gelesen

Es wirkt fast schon wie ein Drehbuch aus dem Machtzentrum des internationalen Fußballs: Infantino, stets umtriebig und oft mit kühnen Reformvorschlägen im Gepäck, zieht mit Plänen auf, die Rechte der Weltmeisterschaft (zumindest teilweise) an private Investoren zu verscherbeln. Doch diesmal scheint die Idee wortwörtlich auf Granit zu stoßen: Nach UEFA und Concacaf hat sich nun auch der asiatische Verband AFC deutlich gegen den Vorschlag positioniert. 136 von 211 Mitgliedern sehen die Gefahr, dass das Herz des Fußballs – die universelle Idee dahinter – zerschellen könnte, wenn ein exklusiver Klub von Investoren das Zepter übernimmt. Die AFC meinte sinngemäß: Wer mit der Einheit des Wettbewerbs spielt, spielt mit Feuer. Interessanterweise hielt Fifa-Chefberater Carlos Cordeiro den Plänen so wenig stand, dass er seinen Posten räumte. In seinem Statement sagt er durch die Blume, das Vorhaben sei rückwärtsgewandt, risikobehaftet und nicht zu Ende gedacht – und noch dazu keine Idee, die er mitgetragen habe. Fifa selbst blockte erst ab, wirfte Medien tatsächlich „falsche Berichterstattung“ vor und beschwichtigte halbherzig: Kein Verkauf des Fußballs stehe im Raum – so die offizielle Sprachregelung. Aber was hinter den verschlossenen Türen wirklich verhandelt wird? Ganz ehrlich, da darf man mittlerweile berechtigte Zweifel anmelden.

Innerhalb weniger Tage hat sich der Wind gegen FIFA-Chef Infantino spürbar gedreht. Mehr als die Hälfte der Verbandsvertreter, konkret 136 von 211, lehnen den Einstieg privater Investoren bei der WM mehrheitlich ab – ungewöhnlich klare Fronten im sonst so kompliziert-verflochtenen Fußball-Machtapparat. Besonders hervor sticht dabei, dass Führungsfiguren wie Carlos Cordeiro nicht einfach verstummen, sondern lautstark Rückzug signalisieren. Diese Allianz der Gegner umfasst mit UEFA, Concacaf und AFC gewichtige Stimmen – vor allem, weil sie eine Zerstörung des fairen Wettbewerbs und das Risiko der Kommerzialisierung als größte Gefahren anprangern. Darüber hinaus berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, dass Infantino in den vergangenen Tagen intern unter Druck geraten sei, weil Teile seiner Vorgangsweise als intransparent kritisiert werden. Ein Aspekt, der in diesem Zusammenhang auffällt: Die Debatte um Investoren-Interessen im Weltfußball ist kein exotisches Einzelphänomen und spiegelt sich etwa auch in den Diskussionen um die Super League und die Rolle des Geldes im europäischen Fußball wider (siehe "Kritik an Investoreneinstieg bei der FIFA nimmt zu" in der FAZ sowie ähnliche Stimmen in süddeutschen Medien und auf internationalen Fußballportalen). Hinzu kommt, dass laut Der Spiegel und Süddeutscher Zeitung ein bedeutender Teil der Öffentlichkeit die Transparenzoffensive der FIFA für wenig glaubhaft hält – insbesondere beim Thema langfristige Verteilung der WM-Einnahmen und Kontrolle durch unabhängige Stellen.

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