Nagel: Direkte Preisbremsen bei Sprit bringen wenig

Joachim Nagel, der Chef der Bundesbank, äußert Bedenken gegenüber Maßnahmen wie einer Spritpreisbremse und verweist auf durchwachsene Resultate früherer Preisregulierungen.

heute 15:59 Uhr | 4 mal gelesen

So richtig überzeugend klingen sie selten, die Forderungen nach einer Spritpreisbremse – jedenfalls nicht für Joachim Nagel. Der Bundesbankpräsident gab am Donnerstag im Gespräch mit RTL und ntv zu, dass Eingriffe in den Preisbildungsprozess in der Vergangenheit meist mehr Probleme brachten als erhoffte Lösungen. "Das war oft eher schwierig, positiv im Ergebnis war es selten", meinte er nüchtern. Einen besseren Weg sieht Nagel in einer kritischen Prüfung der Marktmacht durch die Monopolkommission. Dabei hält er sich aus Richtungsvorgaben politischer Art allerdings bedeckt. Ein ganz anderes Thema wurde ihm auch aufgetischt: das immer wieder diskutierte deutsche Gold, das in den Tresoren der USA liegt. Da zeigt sich Nagel tiefenentspannt – regelmäßige Kontrollen, internationale Streuung der Bestände (ein bisschen wie beim eigenen Sparbuch) und bisher keine bösen Überraschungen. Ganz verschwinden wird das Gold ohnehin nicht aus Übersee: 51 Prozent bleiben in deutschen Tresoren, 37 Prozent ruhen weiter in den USA und die übrigen zwölf Prozent schmücken das Vereinigte Königreich.

Joachim Nagel schließt eine Spritpreisbremse aus und steht staatlichen Preiseingriffen grundsätzlich skeptisch gegenüber, da frühere Versuche dieser Art oft unerwünschte Nebeneffekte wie Marktverzerrungen oder Versorgungsschwierigkeiten mit sich brachten. Zudem verweist er auf die Rolle unabhängiger Gremien wie die Monopolkommission, die den Markt im Auge behalten sollen. Mit Blick auf die Goldreserven lobt Nagel die bewährte Diversifikation und verweist darauf, dass der Verbleib der Bestände im Ausland durch regelmäßige Audits und internationale Kooperationen gesichert ist. Ergänzend recherchiert: In den letzten Tagen berichten verschiedene Medien über erneute Forderungen nach staatlichen Eingriffen in die Energiepreise aufgrund gestiegener Benzin- und Dieselpreise; zugleich wird aber vielfach vor langfristigen Risiken für Steuerzahler und die Marktstabilität gewarnt. Auch politische Rufe nach Rückführung aller Goldreserven ins Inland standen erneut im Raum, stießen jedoch auf Zurückhaltung bei Experten, die die internationale Aufstellung als sicher und praxisgerecht betrachten. Die Diskussion um den Balanceakt zwischen politischer Intervention, wirtschaftlicher Vernunft und Stabilität von Währung und Märkten bleibt aktuell und brisant.

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