Ökonomin Malmendier warnt vor Folgen anhaltender Iran-Krise

Ulrike Malmendier, Ökonomin und Ex-Wirtschaftsweise, sieht in einem möglichen Iran-Krieg erhebliche Risiken – besonders bei einem längeren Konflikt.

heute 06:59 Uhr | 3 mal gelesen

Malmendier hat im Gespräch mit der 'Rheinischen Post' klar gemacht: Viele in den Staaten hätten Trump gewählt, weil sie keine Lust auf neue Militäreinsätze im Ausland haben – das Misstrauen gegenüber großen, langwierigen Kriegen sitzt tief. Sie sagt: Wenn das nicht schnell vorbei ist – länger als vier Wochen etwa – steigt die Nervosität in der Bevölkerung sprunghaft an. Besonders, weil Erinnerungen an den Öl-Schock der 70er sofort wieder wach werden. Damals schleppte man sich stundenlang für ein bisschen Sprit von Tankstelle zu Tankstelle. Gut, heute sei es ein Stück weit anders: Der Nahe Osten ist für die Energieversorgung der USA nicht mehr das Nadelöhr wie früher. Trotzdem, eine Blockade der Straße von Hormus, also dieser Meerenge, durch die unzählige Tanker schippern – das würde wirtschaftlich zu einem richtigen Brocken werden. Nicht nur für die Amerikaner – die globale Wirtschaft lahmt gerade ohnehin, und Unsicherheit würde alles noch verschärfen. Was den Ölpreis angeht, gibt Malmendier aber vorsichtig Entwarnung – zumindest, solange das Ganze sich zeitlich in Grenzen hält. Nach aktuellen Marktdaten erwarten die meisten keinen dramatischen Preissprung Richtung 100 Dollar, sofern der Krieg nicht ewig dauert.

Malmendier hebt hervor, dass ein langwieriger Krieg mit dem Iran nicht nur geopolitische, sondern auch unmittelbare ökonomische Folgen hätte. Die Sperrung der Straße von Hormus würde wohl gravierende Turbulenzen auf den globalen Energiemärkten verursachen und alte Ängste vor Knappheit und Inflation wiederbeleben, besonders in den USA. Auch wenn die Vereinigten Staaten mittlerweile unabhängiger vom Öl des Mittleren Ostens sind, bliebe die Unsicherheit ein potentes Risiko für die Weltwirtschaft. Neueste Entwicklungen aus anderen Nachrichtenquellen zeigen zudem, dass die Lage im Nahen Osten weiter angespannt ist: Aktuelle Berichte warnen vor einer möglichen Eskalation, die schnell größere Regionen erfassen könnte. Internationale Wirtschaftsexpert:innen befürchten einen Dominoeffekt auf Aktienmärkte und Lieferketten. In US-Medien nehmen die Debatten über mögliche politische Folgen für die Präsidentenwahl 2024 bereits Fahrt auf. Die Terminmärkte bleiben aber vorerst gelassen, rechnen jedoch bei längerer Dauer mit deutlichen Schwankungen beim Ölpreis, wobei ein Szenario mit Preisen weit über der 100-Dollar-Grenze durchaus als möglich eingeschätzt wird.

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