NRW-Arbeitsminister Laumann fordert, Essenslieferanten fest im Unternehmen anzustellen
Karl-Josef Laumann (CDU), Arbeitsminister in Nordrhein-Westfalen, spricht sich deutlich für eine gesetzliche Pflicht zur Direktanstellung von Essenslieferanten aus. Ihm geht es darum, dass der Konkurrenzkampf der Firmen nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Wer tagtäglich das Essen austrägt, sollte laut Laumann nicht in unsicheren Arbeitsverhältnissen schmoren müssen.
heute 20:09 Uhr | 7 mal gelesen
Laumann machte klar, dass er die Initiative der Arbeits- und Sozialministerkonferenz begrüßt, eine gesetzliche Verpflichtung zur Direktanstellung für Beschäftigte in der Plattformökonomie — speziell im Bereich der Essensauslieferungen — einzuführen. Seiner Ansicht nach läuft es schief, wenn ausgerechnet diejenigen, die die Hauptarbeit für Lieferdienste machen, über Subunternehmen angestellt werden oder gar nur als prekäre 'Plattformarbeiter' unterwegs sind. Laumann sieht die Verantwortung bei den Unternehmen: Nur eine Festanstellung sichere faire Bedingungen sowie gerechte Bezahlung. Gerade in einer Branche, in der gern schnell und billig geliefert werden soll, dürfe die Arbeitskraft nicht zum Spielball von Kostensenkungen werden. Tatsächlich, so Laumann, könne das Verbot von Subunternehmen in diesem Segment endlich zu mehr Verlässlichkeit und besseren Jobs führen — ein Schritt, der überfällig scheint.
Laumann spricht sich offen gegen das in der Branche verbreitete Subunternehmertum aus und will Essenslieferanten fest im Unternehmen sehen. Er sieht einen klaren Zusammenhang zwischen Wettbewerb und der Qualität der Arbeitsbedingungen, daher fordert er ein gesetzliches Direktanstellungsgebot für Plattformbeschäftigte in Lieferdiensten. Aus aktuellem Anlass: In Deutschland wird gerade intensiv darüber diskutiert, wie Plattformarbeit fair gestaltet und der Sozialschutz von Gig-Workern verbessert werden kann. Immer wieder berichten Medien von prekären Fällen, mangelnder sozialer Absicherung und Druck auf Zusteller – ein Zustand, der sich laut Laumann rasch bessern sollte. Gesetzesinitiativen und das (mäßige) Engagement einiger Lieferdienste wie Lieferando, in Richtung Festeinstellungen zu gehen, sorgen immer wieder für Schlagzeilen.