Unicredit buhlt um Commerzbank – SPD bleibt stur: Übernahme? Nein danke!

Die SPD im Bundestag hat sich deutlich gegen die Avancen der italienischen Unicredit im Ringen um die Commerzbank positioniert. Kein Rückenwind aus der Politik – im Gegenteil.

heute 11:01 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal dreht sich Politik um laute Ansagen – und das hier ist so ein Fall. Frauke Heiligenstadt, die mit Finanzfragen der SPD-Bundestagsfraktion zu tun hat, gibt deutlich zu verstehen: Aus unserer Sicht bleibt die Commerzbank eigenständig! Und ehrlich, leicht nachvollziehbar, wenn man weiß, wie viele Jobs dranhängen. Laut Heiligenstadt soll Unicredit gefälligst die Finger von weiteren Übernahmeversuchen lassen – sogar der Finanzminister Lars Klingbeil hätte dies klar signalisiert, was nicht oft passiert. Dass Unicredit jetzt erneut die magische 30-Prozent-Beteiligung knacken will, stößt auf genauso wenig Verständnis wie letztes, vorletztes Mal. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen liegt formal natürlich bei Vorstand und Aufsichtsrat, aber mit der SPD im Nacken dürfte die Richtung wohl klar sein: Rückhalt für die Arbeitnehmer und das Unternehmen vor Ort. Die Botschaft? Man sieht sich auf der Hauptversammlung – aber Übernahme wird ein steiniger Weg, mindestens.

Die Diskussion um die mögliche Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit sorgt anhaltend für Unruhe in der deutschen Politik und Finanzwelt. Die SPD-Bundestagsfraktion widersetzt sich entschieden dem Versuch, mit Verweis auf die Systemrelevanz und die Bedeutung der Bank als Arbeitgeber. Im Hintergrund beobachten Marktteilnehmer und auch die Bundesregierung, wie solche Fusionen sowohl Stabilität als auch Arbeitsplätze in Deutschland beeinflussen könnten – zugleich verschärfen EU-Finanzregularien sowie geopolitische Unsicherheiten die Gemengelage. Neuere Berichte weisen darauf hin, dass nicht nur SPD und Gewerkschaften skeptisch sind; auch Teile der Wirtschaft halten eine italienisch geführte Großbank nicht zwingend für erstrebenswert. Darüber hinaus spekulieren Analysten, ob eine Zusammenlegung nicht zu Lasten des Standorts Deutschland und seiner traditionsreichen Bankeninfrastruktur gehen könnte.

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