Manchmal gibt es Geschäftszahlen, über die kann man, ehrlich gesagt, nur staunen. Vor allem, wenn sie ausgerechnet in Zeiten voller Unsicherheiten – Krieg, Energiekrise, flaue Konjunktur – noch so deutlich steigen. Die Frankfurter Volksbank Rhein/Main spielt ihre Stärken aus: Ein Geschäftsmodell, das auf Nähe und Verlässlichkeit setzt, und ein Vorstand, der, zumindest nach außen, mit ruhiger Hand steuert. Vorstandsvorsitzende Eva Wunsch-Weber strahlt Zuversicht aus, obwohl das Umfeld alles andere als ein Spaziergang ist: Wachstumsflaute, regulatorische Daumenschrauben, die ständige Fusion im Nacken.
Die nackten Zahlen haben es in sich: Kundenvolumen erstmals über 40 Milliarden Euro, die Bilanz wächst an, und der Zinsüberschuss klettert auf 301,2 Millionen Euro – ein Plus, das sich nicht nur durch gestiegene Leitzinsen, sondern auch durch geschickt angepasste Kreditportfolios erklären lässt. Die Digitalisierung, über die jahrelang viel geredet wurde, kommt jetzt mit konkreten Angeboten an. Mehr als 100 digitale Services sind verfügbar, und die Banking-App rückt – unausweichlich – ins Zentrum der Kundenkontakte. Gleichzeitig setzt die Bank auf neue Beratungsmodelle, schmiedet Tochtergesellschaften zu schlagkräftigen Teams und schafft es sogar, von Focus Money erneut als Top-Vermögensverwalter ausgezeichnet zu werden. Nun gut, die Märkte haben geholfen – aber eben nicht überall.
Höhere Eigenmittel, eine stabile Kapitalquote und ein Betriebsergebnis, das sich um 17,4 Prozent steigert – das liest sich beeindruckend, auch wenn hinter den Kulissen natürlich nicht immer alles reibungslos läuft. Die Integration der Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg ist ein Experiment in „Fusion mit Augenmaß“: neue Regionalmärkte entstehen, Zentralisierungen und Optimierungen werden umgesetzt, aber – das sei betont – nicht ohne Reibungsverluste und längere Abstimmungswege. Das Dividendenversprechen bleibt: Sechs Prozent Dividende für die Mitglieder, was in der Bankenwelt schon fast ein außerirdischer Wert ist.
Bemerken muss man allerdings auch – und das klingt im Statement von Eva Wunsch-Weber vorsichtig an –, dass sich die Stimmung insgesamt eintrübt. Niemand kann garantieren, dass die goldenen Jahre zurückkehren. Darum richtet die Bank ihren Blick nach vorne, investiert weiter in Omnikanal-Angebote (schöner Begriff übrigens) und arbeitet an der Digitalisierung weiter – sogar eine Kryptoplattform soll kommen. Governance und interne Kontrolle werden nachgeschärft, weil der „Status als bedeutendes Institut“ ganz neue Regulierungs-Pflichten mit sich bringt. Fast schon nebenbei werden auch soziale Initiativen und Kultur in der Region gefördert – eine Art letzter Sinnanker im getriebenen Finanzalltag.
Man kann zweifeln, ob all das auf Dauer so reibungslos weiterläuft: Digitalisierung, Fusion, neue Immobilienprojekte – da kann schon mal was schiefgehen. Aber dass das Haus aktuell im schwierigen Umfeld so deutlich vorangeht, nötigt jedenfalls Respekt ab.
Die Frankfurter Volksbank Rhein/Main hat im Geschäftsjahr 2025 mit einem Rekordjahresüberschuss von 118,8 Mio. Euro und einer gesteigerten Bilanzsumme trotz unerfreulicher Konjunkturgesamtlage beeindruckende Erfolge eingefahren. Besonders hervorzuheben sind das Wachstum des Kundenvolumens auf über 40 Mrd. Euro, die weitere Digitalisierung des Geschäftsmodells und das zukunftsweisende Angebot an digitalen Services, die inzwischen stärker genutzt werden als klassisches Online-Banking. Laut jüngsten Recherchen konnte die Bank außerdem mit der nun konsolidierten Fusion Regionalität und Effizienz steigern, während vergleichbare Institute – etwa die Berliner Volksbank (vgl. taz.de, 01.07.2024) – weiterhin mit Filialschließungen und Kosten kämpfen. Auch im internationalen Vergleich befindet sich der Volksbank-Sektor derzeit im Wandel: Laut Spiegel (02.07.2024) warnen Aufsichtsbehörden vor Margendruck und raten zu Investitionen in Technologie und Beratung, was die Frankfurter Volksbank schon umsetzt. Zusätzlich zu ihren wirtschaftlichen Leistungen werden in verschiedenen Zeitungen die soziale und kulturelle Verantwortung der Bank besonders betont, was etwa in der Förderung regionaler Projekte und Bildung sichtbar wird. Trends wie Künstliche Intelligenz, die laut Handelsblatt (02.07.2024, https://www.handelsblatt.com/) auch von anderen Banken forciert werden, sieht die Frankfurter Volksbank explizit als Zukunftsfeld.