Heizungswahl bleibt individuell: Hausbesitzer dürfen aktiv werden – keine Pflicht zum Abwarten bei Modernisierungen

Frankfurt – Inmitten der vielen Unsicherheiten rund ums Thema Heizen betonen Experten, dass Eigentümer bereits jetzt moderne Heizsysteme einbauen oder aufrüsten können. Niemand ist gezwungen, die kommunale Wärmeplanung abzuwarten – es gibt zahlreiche technologische Optionen und staatliche Zuschüsse. Hausbesitzern bleibt somit ein überraschend großer Gestaltungsspielraum.

heute 15:22 Uhr | 2 mal gelesen

Wärmepläne – ein Marathon, kein Sprint

Die Umsetzung der kommunalen Wärmepläne gleicht eher einem Langstreckenlauf als einem Spurt: Bevor neue Fern- oder Nahwärmenetze wirklich Gestalt annehmen, vergeht nicht selten ein halbes Jahrzehnt. Manchmal sogar länger, aufgrund der vielen politischen Diskussionen, technischen Hürden und dem riesigen finanziellen Aufwand. Die Investitionssummen, die bis 2045 zusammenkommen, muten fast märchenhaft an – sie bewegen sich in Milliardenhöhe, sagen die Profis der KfW.

Jetzt modernisieren – manchmal sogar ausdrücklich gewünscht

Doch das Gesetz lässt durchaus Flexibilität. Im Paragraphendschungel (§14 Wärmeplanungsgesetz) steht schwarz auf weiß, dass die Kommunen schon heute festlegen können, wo ein Anschluss an die Fernwärme gar keinen Sinn macht. Heißt: Wer sein Häuschen am Rand der Stadt oder auf dem Land hat, kann jetzt theoretisch sofort loslegen und seine Heizung zukunftsfähig machen. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) lässt nicht nur einen, sondern gleich mehrere Wege offen: Wärmepumpen, Pellets, Hybridsysteme, Kamine – Hauptsache, der Anteil erneuerbarer Energien liegt perspektivisch bei mindestens 65 Prozent. Fördergelder gibt’s immer noch reichlich.

Kostenfallen im Blick – Fernwärme nicht automatisch günstiger

Zahlen lügen selten: Analysen der jüngsten Heizkosten zeigen, dass etwa Fernwärmepreise vielfach stärker in die Höhe geschnellt sind als die Kosten für klassische Brennstoffe wie Holz, Öl oder Gas. Gerade weil Fernwärmekunden meist an einen einzigen Anbieter gebunden sind – Ausstieg unmöglich – sind langfristig steigende Kosten durchaus wahrscheinlich. Die Plattform Allianz Freie Wärme gibt daher den Tipp, sich nicht einengen zu lassen: Bleiben Sie flexibel und orientieren Sie sich am konkreten Bedarf des eigenen Hauses.

Wärmewende erfordert Vielfalt, nicht Einfalt

Der große Wandel im Wärmemarkt braucht für verschiedene Häuser durchaus unterschiedliche Lösungen – Fernwärme ist weit entfernt von einer Universallösung. Politik und aktuelle Gesetze fördern ausdrücklich die Wahlfreiheit. Es lohnt sich, Informationen einzuholen und Beratung wahrzunehmen, etwa bei lokalen Handwerksbetrieben oder dem Energiehandel vor Ort. Mehr dazu findet man übrigens auf www.freie-waerme.de.

Zur Allianz Freie Wärme:

Die Allianz Freie Wärme vertritt verschiedenste Akteure aus dem Heizungsmarkt und setzt sich für Transparenz und Entscheidungsfreiheit der Verbraucher ein. Ihr Ansatz: Jede Immobilie hat eigene Anforderungen – und sollte nicht in ein starres Netz gezwungen werden. Hier werden moderne Wärmepumpen, Hybridsysteme und individuelle Heizlösungen (Kamin, Ofen, Pellet etc.) als Alternativen zu verpflichtender Fernwärme gesehen. Die Plattform liefert Infos, damit Hausbesitzer selbstbestimmt entscheiden können.

Pressekontakt: Jürgen Bähr, +49 2247 9001 811, presse@freie-waerme.de

Hausbesitzer in Deutschland müssen keineswegs auf das Ergebnis der kommunalen Wärmeplanung (KWP) warten, bevor sie ihre Heizungsanlage modernisieren oder erneuern: Das Gebäudeenergiegesetz sowie das neue Wärmeplanungsgesetz geben ihnen ausdrücklich Spielraum, sofern der Anlagenerneuerung eine hohe Quote an erneuerbaren Energien zugrunde liegt. Vor allem außerhalb dicht besiedelter Gebiete sind individuelle Lösungen wie Wärmepumpen, Pelletsysteme oder Hybridheizungen jetzt schon erlaubt und werden staatlich gefördert. Interessant ist allerdings, dass die aktuellen politischen Diskussionen rund um die Wärmewende auch Unsicherheiten bei Eigentümern schüren – zwischen ambitionierten Klimazielen, knapper werdenden Handwerksressourcen und teils widersprüchlichen Förderkulissen (bspw. komplexe Beantragung, wechselnde Fördersätze). In der öffentlichen Debatte ist ferner die Sorge spürbar, dass Fern- und Nahwärmenetze zwar als „Idealbild“ gelten, aber kaum kostenlos sind: Gerade in der aktuellen Preisspirale für Fernwärme empfinden viele Verbraucher Zentralität zunehmend als Nachteil. Der Vorteil: Die Heizungswahl bleibt individuell, die Beratung sollte sich am Objekt selbst orientieren – nicht am politischen Idealbild.

Internetrecherche: Laut aktuellen Berichten unter taz.de stehen viele Kommunen noch ganz am Anfang ihrer Wärmeplanung und appellieren an Bund und Länder, die Finanzierung langfristig abzusichern. Auf spiegel.de wird berichtet, dass das Bundeswirtschaftsministerium Pläne zur Entlastung privater Haushalte durch vereinfachte Heizungsmodernisierung und höhere Fördersätze prüft. Auf sueddeutsche.de schließlich wird hervorgehoben, wie stark die Fernwärmetarife in einzelnen Städten zuletzt gestiegen sind – auch aufgrund von Monopolstellungen – und wie Verbraucher Schutz vor überzogenen Preissteigerungen suchen.

Schlagwort aus diesem Artikel