US-Leitzins bleibt unangetastet: Fed signalisiert vorsichtige Linie

Nach mehreren Zinssenkungen gönnt sich die US-Notenbank Federal Reserve eine Atempause – die aktuelle Zinsentscheidung sorgt jedoch für Diskussionsstoff.

heute 20:34 Uhr | 3 mal gelesen

Die Zinslandschaft in den USA bleibt vorerst ruhig: Der Leitzins pendelt weiter zwischen 3,50 und 3,75 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch verkündete. Bemerkenswert: Die Entscheidung war keineswegs einheitlich getroffen – Jerome Powell, Chef der Fed, konnte zwar den Ausschuss mehrheitlich hinter sich vereinen, aber Stephen Miran, der schon bei den letzten Sitzungen eine raschere Senkung gefordert hatte, und diesmal auch Christopher Waller, drängten auf einen mutigeren Kurs. Eine stabile Wirtschaft, moderate Beschäftigungszuwächse und eine Arbeitslosenquote, die sich eingependelt hat: Das sind die Kennzahlen, auf die sich die US-Zentralbank aktuell stützt. Die Inflation allerdings bleibt hartnäckig auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die Fed stellt abermals klar, flexibel auf neue Entwicklungen reagieren zu wollen – mit einem wachsamen Blick auf Arbeitsmarkt, Preisdruck, Erwartungen und globale Einflüsse. Kurioserweise befinden sich Notenbanker mit ihrer Geldpolitik in einer Art Spagat: Zu hohe Zinsen bremsen Investitionen und erschweren das Börsenleben, zu lockere Zinsen hingegen könnten die ohnehin bestehende Teuerung noch weiter anfachen. Und irgendwo dazwischen droht immer der berühmte Stolperstein, den die Märkte so fürchten.

Vor Kurzem hat die US-Notenbank erneut beschlossen, den Leitzins im aktuellen Korridor von 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen. Diese Entscheidung erfolgte nach drei aufeinanderfolgenden Zinssenkungen, wobei weiterhin keine Einigkeit unter den Mitgliedern herrscht. Die Fed begründet ihren Schritt mit stabilen, jedoch vorsichtig wachsenden Wirtschaftsdaten, während die Inflation noch immer leicht über dem Zielwert verharrt. Jerome Powell betonte die Entschlossenheit, im Bedarfsfall rasch zu handeln, falls wirtschaftliche Risiken oder unerwartete Turbulenzen auftreten. Die Marktteilnehmer beobachten mit wachsender Spannung, ob und wann sich eine weitere geldpolitische Anpassung abzeichnet – insbesondere, da internationale Unwägbarkeiten wie geopolitische Spannungen und Handelsfragen die Entscheidungen miter beeinflussen können. Jüngste Medienberichte kommentieren, dass die Fed damit weiterhin einen Spagat zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturunterstützung wagt, wobei Unsicherheiten an den Finanzmärkten bestehen bleiben. Laut FAZ und Zeit zeichnen sich keine schnellen Leitzinssenkungen in naher Zukunft ab, während Spiegel auf die Bedeutung globaler Rahmenbedingungen für die Geldpolitik hinweist.

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