Bundesweite Schweigeminute nach tödlicher Attacke auf Zugbegleiter: Verkehrsminister Schnieder fordert mehr Schutz

Nach dem tragischen Angriff auf einen Bahnmitarbeiter in Rheinland-Pfalz spricht Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) den Hinterbliebenen sein tiefes Beileid aus. Im Berliner Hauptbahnhof versammeln sich am Mittwochnachmittag Menschen zu einer stillen Gedenkminute – ein Moment, in dem die Trauer regelrecht greifbar wird. Für Schnieder ist klar: Die Sicherheit in unseren Zügen muss dringend gestärkt werden.

heute 16:00 Uhr | 4 mal gelesen

Die grauenvollen Ereignisse dieser Woche hallen noch nach: Ein Zugbegleiter wurde nach einem Streit wegen eines ungültigen Tickets in einem Regionalexpress brutal attackiert und tödlich verletzt. Verkehrsminister Schnieder spricht davon, dass es ein schwarzer Tag für alle Eisenbahner sei – eine Formulierung, die irgendwie hilflos klingt und doch zutiefst menschlich ist. In seiner kurzen Ansprache mahnt er gemeinsames Handeln an, betont aber auch, dass der Tag im Zeichen der Anteilnahme und des Innehaltens stehe, nicht im hektischen Ankündigen neuer Maßnahmen. Was auffällt: Konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit legt Schnieder zunächst nicht vor. Vielleicht auch, weil sich niemand dem Vorwurf aussetzen möchte, politisches Kapital aus der Trauer schlagen zu wollen. Die nüchterne Tatsache bleibt, dass das Opfer nur seine Arbeit getan hat – Fahrscheinkontrolle, Routine. Als der Verdächtige aus dem Zug gebeten werden sollte, eskalierte die Lage. Der Mitarbeiter wurde lebensgefährlich verletzt, konnte noch reanimiert werden, doch am Mittwoch folgt die schockierende Nachricht seines Todes. Nicht zum ersten Mal flammt jetzt die Debatte um Schutz von Bahnpersonal und Reisenden auf. Es bleibt das Gefühl: Es muss endlich mehr passieren. Und doch scheinen konkrete Ideen, zumindest heute, schwer greifbar.

Eine bundesweite Schweigeminute erinnerte gestern am Berliner Hauptbahnhof und in zahlreichen Bahnhöfen an den tödlich verletzten Zugbegleiter. Verkehrsminister Patrick Schnieder forderte entschieden mehr Schutzmaßnahmen für Bahnmitarbeitende und Reisende, ließ aber konkrete Pläne zunächst offen. Inzwischen werden Forderungen nach mehr Sicherheitspersonal, klareren Befugnissen und technischen Lösungen wie Videoüberwachung lauter, während Bahngewerkschaften eine ernsthafte gesellschaftliche Debatte über Gewalt im öffentlichen Nahverkehr anmahnen. Recherchen auf aktuellen Nachrichtenseiten zeigen: Die öffentliche Empörung ist enorm, viele fordern rasche Politikantworten auf den wachsenden Druck, Sicherheit auf Reisen wieder zu einem selbstverständlichen Gut zu machen.

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