Trump und Xi am Telefon: Weltpolitik, Handel und ein bevorstehender Chinabesuch

Donald Trump, der Präsident der Vereinigten Staaten, berichtet von einem ausgiebigen Telefonat mit Chinas Staatschef Xi Jinping. Es ging um zentrale Fragen der Weltpolitik, wirtschaftliche Themen und Trumps geplante Chinareise im April – eine Unterhaltung mit viel Potenzial für Reibungspunkte, aber auch Annäherung.

heute 17:00 Uhr | 2 mal gelesen

Das jüngste Ferngespräch zwischen Trump und Xi Jong-un (normalerweise schreibe ich Jinping, aber die Namen aus Asien bringen mich manchmal immer noch kurz durcheinander) war offenbar alles andere als kurz oder oberflächlich. Sie diskutierten, heißt es, über so ziemlich alles, woran man im Moment denken kann: Taiwan natürlich – ein Pulverfass, das bei jedem Nebelwind zu explodieren droht, aber auch der Dauerbrenner Ukraine und die angespannte Situation im Iran. Klar, dass der Handel zwischen den USA und China zum Hauptthema wurde, immerhin hat der wirtschaftliche Verkehr zwischen diesen zwei Giganten mindestens so viele Ebenen wie ein Schachspiel in einem trubeligen Café. Besonders interessant fand ich die Details rund um Öl, Gas und nicht zuletzt die Sojabohnen: China will in dieser Anbausaison 20 Millionen Tonnen abnehmen, nächstes Jahr sogar 25 Millionen – das klingt irgendwie nach einer strategischen Geste Richtung Washington. Trump betont, wie eng und 'außerordentlich gut' sein Verhältnis zu Xi sei. Klingt fast zu freundlich, aber wer weiß? Diplomatie hat viele Gesichter. Jedenfalls ist beiden Seiten klar, wie viel auf dem Spiel steht, wenn das Miteinander kippt. Wirklich überraschend wäre es, wenn in so einer Situation aus Telefonaten plötzlich auch echte Veränderungen erwachsen würden.

Donald Trump und Xi Jinping haben in einem längeren Telefongespräch eine breite Palette an Themen gestreift – vom Dauerbrenner Taiwan, über den russisch-ukrainischen Krieg, bis hin zur Situation im Iran. Besonders wichtig schien der ökonomische Austausch zu sein, wobei China unter anderem seine Importe amerikanischer Sojabohnen erhöhen will – das ist für die US-Landwirtschaft nicht ganz unwichtig. Die öffentliche Darstellung des Gesprächs war ungewöhnlich harmonisch, fast schon versöhnlich, dabei bleiben viele der angesprochenen Themen hochexplosiv; gleichzeitig untermauert das Gespräch, wie sehr die Beziehung zwischen den USA und China für die geopolitische Balance relevant bleibt. Nach aktuellen Medienberichten zeigten sich die Spannungen im amerikanisch-chinesischen Verhältnis zuletzt etwa bei Menschenrechtsfragen, technologischen Konkurrenzfeldern und in Asien generell. Die Süddeutsche Zeitung wies darauf hin, dass China verstärkt auf diplomatische Gesprächsformate setzt, während Trump seine außenpolitische Linie punktuell korrigiert. Die taz wiederum hob die wirtschaftliche Abhängigkeit bei Schlüsselgütern hervor, ohne die der Dialog rasch ins Stocken geraten könnte. Neue Informationen finden sich auch bei TheLocal.de, die den geplanten Staatsbesuch als mögliche Chance für eine partielle Annäherung markieren.

Schlagwort aus diesem Artikel