Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Popularität von X in den Händen der Ermittler landet – am Dienstag klopften sie dann tatsächlich an die Tür des französischen Büros. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft haben die Untersuchungen eigentlich schon im Januar 2025 Fahrt aufgenommen (ja, das ist verwirrend, denn wir schreiben ja gerade 2024 – vielleicht ein Fehler oder gibt es da in der Zeitrechnung der Justiz noch eine Besonderheit?). Details sind offiziell dünn gesät, die Medien spekulieren jedoch bereits kräftig. Angeblich soll X seine Algorithmen so manipuliert haben, dass unerwünschte Datenbewegungen nicht auffallen – und dann geht es wohl noch um schattige Datenerhebung. Wenn das nicht schon reicht, berichtet man auch über Ermittlungen wegen Beihilfe bei der Verbreitung von illegalem Material, speziell dem schlimmsten Kaliber: Kindesmissbrauchsdarstellungen und sexualisierte Deepfakes. Elon Musk, ein Name, der ohnehin nie aus den Schlagzeilen verschwindet, sowie seine vormals für X verantwortliche CEO Linda Yaccarino, wurden zur Aufklärung der Vorwürfe geladen – freiwillige Befragung, klingt erst harmlos, kann aber bekanntlich schnell unangenehm werden. Es bleibt abzuwarten, ob Musk tatsächlich auftaucht. Ich stelle mir vor, wie hektisch es an diesem Dienstag in den Fluren zugegangen sein muss: Mitarbeiter zwischen Aktenbergen, Polizisten mit Fragen, all das unter der permanenten Beobachtung durch Öffentlichkeit und Medien. Wer glaubt, das sei alles nur Theater, hat vermutlich die Entwicklungen in Sachen Regulierung von Tech-Giganten verpasst.
Die französischen Behörden haben die Untersuchungen gegen X ausgeweitet und sich damit internationalen Trends angeschlossen, die Plattformen stärker zu regulieren. Im Fokus stehen nicht nur die Gefahr unerlaubter Datenpraktiken und algorithmischer Manipulation, sondern auch das Versäumnis, gegen schwerwiegende kriminelle Inhalte wie Kindesmissbrauch und Deepfakes energisch vorzugehen. Jüngst steht X, wie andere Techfirmen, auch wegen geringer Transparenz, mangelnder Moderation und Überforderung der Aufsicht durch nationale Behörden weltweit in der Kritik. Ergänzend zeigen aktuelle Recherchen, dass Musk in Europa generell auf eine zunehmend harte Haltung der Regulierungsbehörden trifft – flankiert vom Digital Services Act, der seit Kurzem in Kraft ist und Internetkonzernen hohe Strafen bei Regelverstößen auferlegt. Die Ermittlungen stellen deshalb nicht nur ein juristisches Problem, sondern auch ein Symptom einer breiteren gesellschaftlichen Debatte dar, wie viel Macht Tech-Unternehmen letztlich bekommen dürfen.