SPD fordert grundlegende Reform des Sicherheitskonzepts bei der Deutschen Bahn

Nach dem tragischen Tod eines Zugbegleiters nach einem Angriff im Regionalzug macht SPD-Innenexperte Sebastian Fiedler deutlich: Die Bahn muss umdenken – Sicherheit dürfe nicht länger wirtschaftlichem Druck geopfert werden.

heute 15:00 Uhr | 1 mal gelesen

Schon seit Jahren nehmen Übergriffe auf Bahnpersonal zu – und die Deutsche Bahn, so legt es Sebastian Fiedler, selbst erfahrener Kriminalhauptkommissar und Bundestagsabgeordneter der SPD, nahe, habe darauf bislang eher träge reagiert. Zwar gab es immer wieder Ankündigungen, mehr zu tun, doch Fiedler konstatiert der aktuellen DB-Führung wenig glänzende Bilanz. Ein weiterer Kritikpunkt: Der Einsatz von Fremdfirmen und Subunternehmen für Sicherheitsaufgaben. "Das ist eine Einladung für Probleme – solche Aufgaben gehören nicht in Hände von Externen", so Fiedler beinahe schon resigniert. Jetzt soll die große Reform des Bundespolizeigesetzes anstehen. Sein Plädoyer: Mehr Kompetenzen für die Bundespolizei, ganz so wie es bereits an Flughäfen Standard sei. Der grausame Angriff, bei dem der 36-jährige Bahnmitarbeiter Serkan C. von einem Fahrgast so schwer verletzt wurde, dass er schließlich starb, wirkt wie ein Alarmsignal. Am Rande: Dass Fiedler den Fall als Beleg für systemische Schwächen sieht, würde vielleicht manchen Bahnchef unangenehm überraschen – aber ein verschlossener Blick hilft wohl niemandem.

Im Kern verlangt Fiedler einen Kurswechsel: Der Schutz von Bahnmitarbeitenden muss über wirtschaftlichen Interessen stehen, insbesondere in Zeiten, in denen die Zahl brutaler Attacken zunimmt. Dass externe Sicherheitsdienste herangezogen werden, hält er für einen Fehler – stattdessen müsse die Bundespolizei die Oberaufsicht bekommen und die Prozesse so steuern wie an Flughäfen. Der tödliche Angriff auf Serkan C. unterstreicht die Dringlichkeit, bestehende Sicherheitsstrukturen nicht nur zu prüfen, sondern energisch nachzubessern. Ergänzend berichten verschiedene Medien darüber, dass Angriffe auf Zugpersonal in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen sind und Gewerkschaften wie die EVG schon länger ein schärferes Vorgehen fordern. Diskutiert werden zudem technische Lösungen wie Fahrgastüberwachung oder Notrufsysteme, wobei Datenschutzbedenken und praktische Umsetzung oft zu Bedenken führen. Außerdem zeigen aktuelle Umfragen unter Bahnangestellten, dass fast jeder zweite Beschäftigte Übergriffe erlebt hat – ein Umstand, der die Debatte um die Verantwortung von Bahnunternehmen und Staat erst recht anheizt.

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