Neuer Fortschritt beim Aufbau der Bundeswehr-Brigade in Litauen

Die schrittweise Stationierung deutscher Kräfte in Litauen macht Tempo – kürzlich wurde ein bemerkenswerter Fortschritt vermeldet.

heute 14:35 Uhr | 3 mal gelesen

Mittwoch, irgendwann am Vormittag, gab’s Bewegung in Kaunas: Die Multinational Battlegroup Lithuania wurde offiziell unter das Kommando der deutschen Panzerbrigade 45 gestellt – das verkündete das Verteidigungsministerium mehr oder weniger stolz. Damit nimmt das Großprojekt, bis 2027 eine einsatzbereite Kampftruppenbrigade an der NATO-Ostflanke auf die Beine zu stellen, klar an Fahrt auf. Erst wenige Tage zuvor hatte es in Deutschland – fast etwas unbemerkt – die Einbindung des Panzerbataillons 203 aus Augustdorf und des Panzergrenadierbataillons 122 aus Oberviechtach gegeben. Diese bleiben fürs Erste noch in der Heimat, weil in Litauen schlichtweg noch nicht alles gebaut ist, was gebaut werden muss. Vieles ist noch in der Schwebe: Infrastruktur, Wohnungen für Soldatinnen und Soldaten, Logistik – das alles wird dauern. Verteidigungsminister Boris Pistorius beschwor unterdessen den symbolischen Wert dieses Umbaus: "Das bringt uns deutlich näher an unser großes Ziel, bis 2027 eine voll einsatzfähige deutsche Truppenbrigade in Litauen aufzustellen." Neu ist nun: Drei Kampftruppenbataillone zählen zur Brigade, davon eines multinational geprägt. Mit aktuell fast 1.800 tatsächlich anwesenden Soldaten – darunter etwa 500 aus anderen NATO-Staaten – sowie den in Deutschland stationierten Einheiten und Zivilpersonal, summiert sich die Brigade derzeit auf etwa 2.800 Mann und Frau. Da wächst also etwas, und der Plan ist, den Aufbau noch 2024 weiter voranzutreiben. Die Multinational Battlegroup Lithuania bleibt, auch zukünftig, ein Wechselspiel aus Stabilität und Bewegung: Während die enge Integration in die Brigade betont wird, setzt die Einheit selbst weiter auf halbjährliche Rotation. Deutschland behält die Rolle als federführende Nation – und steckt damit auch symbolisch einiges an Vertrauen und politischem Kapital in diese Mission.

Die Integration der Multinational Battlegroup Lithuania in die Panzerbrigade 45 markiert einen spürbaren Fortschritt beim Aufwuchs der deutschen Präsenz in Litauen. Stand Juni 2024 umfasst die Brigade rund 2.800 Soldatinnen, Soldaten und zivile Mitarbeiter, wobei die beiden deutschen Bataillone wegen noch fehlender Infrastruktur weiterhin in Deutschland bleiben. Auffällig ist laut taz wie auch laut anderen Medien, dass die Stationierung in Litauen von politischen Debatten innerhalb der NATO und mit Blick auf Russlands Rolle in der Region begleitet ist – die Mission soll nicht nur militärischen Schutz bieten, sie gilt auch als symbolisches Zeichen für die Geschlossenheit des Bündnisses. Laut DW und Süddeutscher Zeitung wird die Infrastruktur in Litauen teils unter Hochdruck ausgebaut, sodass viele Soldaten erst 2025 und später folgen können – auch Herausforderungen bei der Integration mit multinationalen Partnern spielen dabei eine Rolle. Die langfristige Zielsetzung, eine derart große Brigade im Ausland dauerhaft zu stationieren, ist für Deutschland historisch neu und verlangt sowohl logistisch als auch politisch eine stetige Abstimmung auf verschiedenen Ebenen. Insgesamt dient die Mission vor allem dazu, die sogenannte Ostflanke der NATO gegenüber möglichen russischen Aggressionen deutlich zu stärken.

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