IfW-Chef plädiert für eine zentrale Rüstungskoordination im Kanzleramt

Moritz Schularick vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel fordert, dass das Bundeskanzleramt eine Art 'Rüstungskoordinator' einsetzt, um die deutsche Wirtschafts-, Verteidigungs- und Außenpolitik deutlich besser aufeinander abzustimmen.

heute 11:18 Uhr | 2 mal gelesen

Laut Schularick ist es höchste Zeit, dass das Kanzleramt selbst das Ruder übernimmt. Ein bisschen wie früher – Walther Rathenau im Ersten Weltkrieg oder später Lord Beaverbrook für Großbritannien, beide als Taktgeber für Rüstungsanstrengungen. Schularick argumentiert: 'Ein deutscher Rüstungszar, der Kapazitäten lenkt und Prioritäten setzt, wäre für Putin ein echtes Signal.' Die Kritik des Ökonomen zielt aber auch auf die aktuelle Vergabe von Verteidigungsausgaben: 'Die gleiche alte Beschaffung – nur das Budget ist gewachsen, nicht die Vision.' Gerade die strategische Planung missfalle ihm: Niemand im politischen Berlin bedenke, welche Produktionsressourcen im Ernstfall nötig wären. Schularick ist übrigens kein Außenstehender, sondern berät direkt in Fragen der Rüstungspolitik. Und er sieht noch einen zweiten, tieferen Wandel: Die Nachkriegsordnung ist, so Schularick, faktisch Geschichte – jetzt gilt es, für Europa und Deutschland echte Handlungsfähigkeit herzustellen, nicht mehr nur auf das Altbewährte zu setzen.

Schularick ist der Ansicht, dass die Bundesregierung ihre Verteidigungsanstrengungen neu aufstellen sollte: Ein zentraler Koordinator im Kanzleramt, ausgestattet mit klaren Kompetenzen, könnte sowohl Mittel als auch Produktionswege für eine zeitgerechte Verteidigungspolitik steuern. Seine Argumentation geht weiter – er betrachtet den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als Einschnitt, der einen Bruch mit alten Muster verlangt. Die aktuelle Beschaffungspraxis bewertet er kritisch und sieht die Gefahr, dass Deutschland im Ernstfall schlecht vorbereitet wäre. Aktuelle Recherchen zeigen zudem, dass in den letzten Tagen in mehreren Medien Diskussionen um Bundeswehr-Finanzierung, industrielle Kapazitäten und die Rolle Deutschlands in der NATO aufgekommen sind. Einige Stimmen betonen die Dringlichkeit schneller Reformen, andere warnen vor möglichen Signalwirkungen für Putins Kalkül, falls Deutschland zu langsam bleibt. Besonders im Fokus steht die Frage, wie Europa enger zusammenrücken kann, um strategische Herausforderungen zu meistern.

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