Wälder zwischen Wirtschaft und Überleben: Ein Blick zum Internationalen Tag des Waldes

Bonn – Auch 2024 sind weltweit etwa acht Millionen Hektar Naturwald verloren gegangen, besonders in den Tropen. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung erinnert der Internationale Tag des Waldes am 21. März an die immense Bedeutung der Wälder – diesmal steht alles unter dem Motto: „Wälder und Wirtschaft“.

heute 14:59 Uhr | 3 mal gelesen

Jedes Jahr aufs Neue – genauer gesagt am 21. März – heben Menschen rund um den Globus gemeinsam eine Augenbraue: Schon wieder ist Tag des Waldes. Seit den Siebzigern will dieser Tag dazu animieren, Bäume zu umarmen, Waldspaziergänge zu machen (auch mental) und sich überhaupt klarzumachen, wie eng unser Leben und Wirtschaften mit Wäldern verwoben ist. Bäume sind ja nicht nur stille Holzspender, sie reinigen unsere Luft, bewahren Wasser, liefern Rohstoffe und geben jeder Menge Menschen ein Auskommen. Insbesondere die diesjährige Devise 'Wälder und Wirtschaft' macht deutlich, dass Wälder als stilles Rückgrat unserer Wirtschaft mitarbeiten – ob durch Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft oder als Bollwerk gegen den Klimawandel. Im globalen Maßstab sind intakte Wälder mehr als idyllisch – sie stabilisieren Regionen, schützen vor Überschwemmungen, fördern die Ernährung, kurzum: Sie sind Fundament wie Lunge der Erde. Gerade in hochindustrialisierten Ländern wie Deutschland hängen unzählige Arbeitsplätze am 'Cluster Forst und Holz' – von Waldbesitzenden über Sägewerke bis zur Möbelindustrie. Immerhin, allein im Jahr 2020 lag der Umsatz der Branche bei bemerkenswerten 180 Milliarden Euro. Aber auch außerhalb der betriebswirtschaftlichen Bilanz: Wälder sorgen fürs Klima, filtern Wasser, puffern Extremwetter ab. Noch werden ihre nicht-monetären Leistungen zu selten bezahlt oder anerkannt, weshalb die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) sich für mehr Wertschätzung auf allen Ebenen einsetzt. Und weil ein einzelner Tag selten ausreicht, organisiert die SDW jedes Jahr etliche Aktionen und Veranstaltungen rund ums Thema. Übrigens: Die SDW, gegründet 1947, ist einer der traditionsreichsten Naturschutzverbände Deutschlands, bis heute mit über 25.000 Engagierten in allen Bundesländern präsent.

Wälder sind längst mehr als Holzlieferanten – sie sind Grundlage für Biodiversität, Klimaschutz und wirtschaftliche Stabilität. Dennoch schreitet die Entwaldung – vor allem in den Tropen – dramatisch voran; 2024 wurden erneut rund acht Millionen Hektar Naturwald vernichtet. Studien und laufende Medien-Berichte unterstreichen den Zusammenhang zwischen intakten Wäldern und ökologischer wie ökonomischer Sicherheit: Die deutsche Forst- und Holzwirtschaft verbindet nachhaltige Nutzung mit Innovation, steht aber massiv unter Druck durch Extremwetter, Schädlinge und Flächenverluste. Auch international wächst der Ruf, Waldschutz finanziell zu honorieren – etwa durch Zahlungen für Ökosystemleistungen oder eine konsequent nachhaltige Bioökonomie. In Deutschland verschärft der Klimawandel die Lage – aktuelle Debatten fordern politischen und wirtschaftlichen Wandel, hin zu einer verstärkten Honorierung ökologischer Leistungen der Wälder und verbindlicherer Schutzmaßnahmen.

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