Pilotengewerkschaft VC erhält grünes Licht für Streiks bei Eurowings

Mit deutlicher Mehrheit haben die Pilotinnen und Piloten der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bei Eurowings für Tarifmaßnahmen bis hin zum Streik gestimmt – Anlass sind die stockenden Verhandlungen zur betrieblichen Altersvorsorge. Die VC stellte das Ergebnis am Montag vor.

heute 13:18 Uhr | 3 mal gelesen

Nach einem Aufruf zur Urabstimmung hat eine überwältigende Mehrheit der VC-Mitglieder bei Eurowings für einen möglichen Arbeitskampf votiert. Laut VC nahmen rund 82 Prozent der stimmberechtigten Piloten teil, davon sprachen sich etwa 94 Prozent für entsprechende Maßnahmen aus – eine klare Ansage an das Management. Was steckt dahinter? Die Gespräche über die Altersversorgung sind zuletzt ins Stocken geraten, eine Einigung scheint vorerst nicht in Sicht. Präsident Andreas Pinheiro formulierte es recht unmissverständlich: Die KollegInnen wünschten sich endlich eine Lösung, die langfristig trägt – und Geduld sei nun genug aufgebracht worden. Gleichzeitig signalisierte er, dass man sich konstruktiven Verhandlungen nicht verweigere, sofern die Arbeitgeberseite die Sache ernsthaft angehe. Auch Arne Karstens aus der Tarifkommission deutete auf den Rückenwind der Belegschaft. Details zum weiteren Verlauf sollen bald kommuniziert werden. Ein Streik ist möglich, aber wohl nicht das erste Mittel, sondern eher letzte Option – niemand will die Nerven der Reisenden sehenden Auges strapazieren, wäre zumindest zu hoffen.

Die VC-Mitglieder bei Eurowings haben mit sehr klarer Mehrheit für tarifliche Kampfmaßnahmen gestimmt, nachdem die Verhandlungen über die betriebliche Altersvorsorge als gescheitert gelten. Hintergrund ist der Unmut der Piloten über das als unzureichend empfundene Angebot der Arbeitgeberseite; sie fordern Nachbesserungen und eine stärkere Einbindung bei der Altersversorgung. Die Gewerkschaft will besonnen vorgehen, betont aber das deutliche Mandat für weitere Aktionen – mögliche Streiks sind damit real, zugleich bleibt die VC weiterhin gesprächsbereit. Laut aktuellen Berichten schließt die Eurowings-Führung Streiks noch nicht aus, signalisiert aber, für Verhandlungen offen zu sein. Zudem ist die Entwicklung eingebettet in eine Welle erhöhter Arbeitskampftätigkeit im Luftfahrtsektor, auch bei anderen Airlines wie Lufthansa kam es jüngst zu Tarifkonflikten. Einige Medienberichte stellen einen Zusammenhang zwischen den Personalknappheiten in der Branche und der erhöhten Konfliktbereitschaft her: Gerade in Zeiten wachsender Nachfrage könnten Streiks größeren Druck ausüben und einen Domino-Effekt für weitere Tarifauseinandersetzungen schaffen.

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