Berlin mahnt: Kein großflächiger Libanon-Einsatz durch Israel

Die Bundesregierung spricht sich deutlich gegen einen umfassenden Bodeneinsatz Israels im Libanon aus – eine Eskalation würde die Lage vor Ort weiter zuspitzen.

heute 12:59 Uhr | 5 mal gelesen

Scharfe Warnung aus Berlin: Eine groß angelegte Bodenoperation Israels im Libanon? Die Bundesregierung hält davon gar nichts. Regierungssprecher Stefan Kornelius betonte am Montag im Gespräch mit der dts Nachrichtenagentur, man habe die israelische Führung ausdrücklich aufgefordert, sich diesen Schritt gut zu überlegen. Zu groß sei das Risiko, dass der Einsatz das ohnehin fragile Gleichgewicht noch weiter durcheinanderwirbelt – mit mehr Not und noch mehr Flüchtlingen als Folge. Man stehe „im Dialog, um dieses Anliegen direkt einzubringen", so Kornelius. Parallel dazu blickt Berlin laut eigener Aussage mit beunruhigtem Blick auf die militärischen Entwicklungen im Libanon. Die Bundesregierung verurteilt das Wiederaufflammen der Kämpfe durch die Hisbollah aufs Schärfste und fordert die schiitische Miliz auf, die Kampfhandlungen sofort zu beenden. Ein Hoffnungsschimmer: Berlin lobt die Bemühungen, Gespräche zwischen Israel und Libanon aufleben zu lassen – so schwierig das auch sei. Besonderes Augenmerk fordert die Bundesregierung weiterhin auf den Schutz der Zivilbevölkerung sowie der UNIFIL-Blauhelmmission. Am Montagmorgen meldete die israelische Armee einen 'begrenzten, gezielten' Vorstoß in Südlibanon, der nach eigenen Angaben einige Hisbollah-Kämpfer das Leben kostete. Dieser Eingriff sei Teil eines Konzepts, die direkte Bedrohung von der Grenze fernzuhalten und eine Art Pufferzone einzurichten. Im Vorfeld hatte es bereits Luft- und Artillerieangriffe gegeben. Laut Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums sollen seit Anfang März bei israelischen Angriffen im Libanon 850 Menschen getötet und über 2.100 verletzt worden sein.

Die Bundesregierung fürchtet, dass ein israelischer Bodenangriff im Libanon die ohnehin schon dramatische humanitäre Lage eskalieren lässt. Europa sorgt sich zunehmend um einen Flächenbrand im Nahen Osten: Nach der gezielten Offensive der israelischen Armee gegen die Hisbollah im Süden Libanons warnt Berlin davor, dass mehr Gewalt mehr Leid und Flucht nach sich ziehen könnte. Inzwischen versuchen internationale Vermittler, einen Dialog zwischen Libanon und Israel wiederherzustellen. Angesichts der angespannten Lage bleibt abzuwarten, ob diplomatische Initiativen eine weitere Eskalation verhindern können. Zusätzlich wird die Rolle internationaler Organisationen wie UNIFIL als kritisch betrachtet, da Berichte über gezielte Angriffe und die schwierige Situation der Zivilisten die Bemühungen um Waffenstillstand erschweren.

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