Chinesische E-Autos: Geheimdienste warnen vor Fernzugriff und Datenabfluss

Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor Schwachstellen vernetzter chinesischer Elektrofahrzeuge – Sicherheitslücken könnten Angreifern Tür und Tor öffnen.

heute 11:56 Uhr | 3 mal gelesen

Wer hätte gedacht, dass selbst sein eigenes Auto zur potenziellen Spionagezentrale werden könnte? Gerade Fahrzeuge aus China, randvoll gepackt mit vernetzten Funktionen, geraten immer stärker ins Visier der Sicherheitsbehörden. Dem Verfassungsschutz zufolge sind insbesondere jene Schnittstellen interessant, die durch WLAN oder mobile Datenverbindung erreichbar sind – und sei es nur für ein paar Sekunden im Funknetz. Ein kurzer Moment reicht, und schon könnten Fahr- und Telemetriedaten abfließen, schlimmstenfalls sogar Bilder oder Tonaufnahmen aus dem Inneren. Fast schon wie im Agentenfilm: Theoretisch wäre ein externer Kontrollzugriff sogar nicht ausgeschlossen, mahnt das BfV. Ein weiteres Problem sind die Datensammlungen, die viele Autos sowieso schon an die Hersteller funken. Was aber, wenn die Gesetzeslage – wie eben in China – eine Übergabe all dieser Daten an staatliche Stellen nahelegt? Da kriegt der Begriff Datensouveränität einen ziemlich zweifelhaften Beigeschmack. Besonders, wenn man weiß, dass diese Informationen zu allerlei Zwecken landen können: sei es für das Training künstlicher Intelligenz oder für Gesichtserkennung. Ganz konkret sei noch nichts nachgewiesen, so die Behörde – aber allein das Szenario lässt einen zweimal nachdenken, bevor man sich ins Infotainment-Menü klickt.

Chinesische E-Autos geraten zunehmend in das Visier deutscher Sicherheitsbehörden, da ihre ausgefeilte Vernetzung Schwachstellen für Cyberangriffe bietet. Es wird befürchtet, dass durch Internet- und Mobilfunkverbindungen nicht nur Daten, sondern im schlimmsten Fall sogar die Fahrzeugsteuerung fernmanipuliert werden könnte. Entscheidend ist dabei die rechtliche Situation in Ländern wie China, die Hersteller zur Zusammenarbeit mit dem Staat verpflichten können – dadurch könnten sensible Fahrdaten für staatliche Zwecke, etwa KI-Training oder Überwachung, nutzbar gemacht werden. Nach aktuellen Medienberichten (z. B. von der ZEIT und spiegel.de) wächst das Bewusstsein für diese Risiken in der Politik – erste Vorschläge für Zertifizierungen und Sicherheitsstandards werden diskutiert. Techportale wie t3n.de berichten zudem von einer laufenden europäischen Debatte über eigene Software-Standards und Echtzeitüberwachung für kritische Fahrzeugsysteme. Kritiker betonen, dass auch westliche Hersteller ähnliche Möglichkeiten hätten; dennoch dränge der Blick auf die besondere Nähe von Chinas Industrie und Behörden.

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