Bundesweiter Protesttag: Apotheken bleiben am Montag zu

Am kommenden Montag (23. März) wird es stiller als sonst vor Deutschlands Apothekentüren – unzählige Teams gehen auf die Straße. Die „Vor-Ort-Apotheken“ kämpfen nicht nur um bessere Bezahlung, sondern um ihre Existenz. In Berlin, München, Düsseldorf und Hannover sind große Demonstrationen angekündigt. Währenddessen sorgen mehr als 1.000 Notdienstapotheken für die dringendsten Fälle. Die Protestierenden machen auf eine prekäre Lage aufmerksam, die seit Jahren schwelt, und fordern endlich konkrete politische Unterstützung.

heute 17:44 Uhr | 2 mal gelesen

Die deutschen Apothekenteams sind am Limit – und das nicht nur, weil die Arbeit fordernd oder der Alltag herausfordernder geworden ist. Die Banken machen dicht, die Bäcker beschweren sich, und jetzt stehen eben auch die Apothekentüren vielerorts zu – so fühlt es sich zumindest an. Fast 20 Prozent weniger Apotheken seit 2013, das ist ein schlagendes Argument, oder besser: ein Warnsignal. Lange Wege auf dem Land? Für viele Realität. Mitten in der Stadt? Selten geworden – aber eben nicht ausgeschlossen. Das Grundproblem: Seit mehr als einem Jahrzehnt hat sich beim Apothekenhonorar so gut wie nichts getan, während die Ausgaben rasant gestiegen sind. Preise für Energie, Fachkräfte, all das – Sie wissen es selbst, die Zeiten sind unsicherer geworden. Die ABDA hat jetzt einen bundesweiten Protesttag organisiert und prominente Politiker*innen sprechen sich endlich sichtbar für eine bessere Vergütung der Apotheken aus. Aber Worte sind schnell gesagt. Was bleibt, ist ein Gefühl der Dringlichkeit und das laute Echo einer Petition, bei der sich viele Bürger*innen längst engagieren. Wer Medikamente außerhalb der Notfälle braucht, sollte lieber vorher aufstocken – das Wochenende wird voll werden. Mehr Informationen für Interessierte finden sich bei der ABDA sowie auf den Seiten zu Notdiensten und laufenden Petitionen. Eigentlich erstaunlich: Selbst in einer digitalisierten, angeblich so fortschrittlichen Gesellschaft droht die Apotheke vor Ort zum Auslaufmodell zu werden. Apotheken zum Nulltarif – das funktioniert schlicht nicht.

Apothekerinnen und Apotheker protestieren diesmal nicht nur für sich selbst, sondern stellvertretend für eine Gesellschaft, in der die wohnortnahe Versorgung gefährdet ist. Sie fordern von der Bundesregierung, endlich Taten folgen zu lassen – etwa durch die längst versprochene Anpassung der Honorare. Nach Recherchen aktueller Berichte, etwa im 'Spiegel' und der 'FAZ', sind alleine in den vergangenen Monaten weitere Apotheken insolvent gegangen; Insider warnen, dass ohne Gegenlenken dem System ein Zusammenbruch drohta. Der Deutsche Apothekerverband belegt mit neuen Zahlen, dass gerade auf dem Land Lücken in der Arzneimittelversorgung schon spürbar sind (Quelle: FAZ; 22.03.2024). Gleichzeitig wird von Seiten der Politik signalisiert, dass man die Bedeutung der Apotheken erkennt, aber die Verhandlungen ziehen sich hin – eine Lösung scheint kurzfristig nicht in Sicht. Parallel zu den Protesten gibt es einen Boom an Online-Apotheken, was die Situation weiter zuspitzt und die Existenzängste der Inhaber vor Ort verstärkt. Für Patienten heißt das: Nicht nur mehr Wege, sondern zunehmend Unsicherheiten, wo und wie sie an notwendige Medikamente kommen. In diesem Brennglas der Entwicklungen fordern die Apotheken nicht nur Geld, sondern Respekt für eine Rolle, die gerade in Krisenzeiten unverzichtbar wird.

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