Härtere Strafen zum Schutz von Bahnpersonal gefordert: Politik reagiert auf tödlichen Angriff

Angesichts eines tödlichen Übergriffs auf einen Zugbegleiter setzt sich Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) für schärfere Strafregelungen zum Schutz von Bahnmitarbeitern ein. Auch Vertreter anderer Parteien und die Eisenbahngewerkschaft betonen die Dringlichkeit umfangreicher Schutzmaßnahmen.

heute 14:01 Uhr | 4 mal gelesen

Dobrindt zeigte sich am Mittwoch bestürzt über die zunehmende Zahl von Gewalttaten gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes und insbesondere bei der Bahn. 'Der Staat muss hier klare Kante zeigen', meinte er und sprach sich dafür aus, das Strafmaß deutlich anzuheben. Gleichzeitig betonte Bundesverkehrsminister Schnieder (CDU), dass jetzt das geballte Engagement aller politischen Ebenen gefordert sei – man dürfe Angriffe auf Bahnmitarbeiter nicht als bloße Einzelfälle abtun. Er wich jedoch konkreten Fragen zu möglichen neuen Maßnahmen noch aus und verwies stattdessen auf gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft zeigte sich alarmiert über die wachsende Respektlosigkeit und die konstant steigende Zahl gewaltsamer Zwischenfälle – viele Beschäftigte fühlten sich allein gelassen. Eine Rückkehr zu doppelter Besetzung auf Regionalzügen sei laut EVG unverzichtbar: Mehr Personal vor Ort bedeute mehr Sicherheit, nicht nur für das Zugteam, auch für alle Reisenden. Erstaunlich finde man, wie leichtfertig Politik teils an dieser Stelle spare.

Die Diskussion um den Schutz von Bahnmitarbeiter:innen ist nach dem tödlichen Angriff erneut entbrannt. Politiker wie Dobrindt und Schnieder fordern härtere Konsequenzen für Angreifer; Details bleiben allerdings bislang vage. Die Gewerkschaft EVG sieht in der Kombination aus Personalmangel und brutalen Übergriffen ein wachsendes Problem und verlangt sofortiges Handeln. Aktuellen Recherchen zufolge wächst die Zahl der Übergriffe auf Bahnbeschäftigte bundesweit deutlich – laut Bundespolizei gab es allein 2023 über 2.500 dokumentierte Vorfälle, dabei reicht das Spektrum von Beleidigungen bis zu schweren Gewalttaten (Quelle: SPIEGEL), (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Besonders im Nahverkehr sind Zugbegleiter oft allein im Einsatz, was das Risiko für tätliche Angriffe erhöht. Experten fordern nicht nur schärfere Gesetze, sondern auch präventive Maßnahmen wie verbesserte Videoüberwachung, mehr Sicherheitspersonal und intensive Schulungen für das Personal im Umgang mit potenziell aggressiven Fahrgästen. In der breiten Öffentlichkeit wächst zugleich die Diskussion, ob eine reine Strafverschärfung ausreicht oder strukturelle Reformen notwendig sind.

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