Das Portal soll es Menschen, die bei Vonovia wohnen, ermöglichen, Probleme und Rechtsverstöße direkt zu melden. Linken-Politiker Jan van Aken äußerte bei RTL und ntv, dass die wiederkehrenden Missstände bei Vonovia kein Einzelfall seien, sondern eine Art Geschäftsprinzip: Überhöhte Mieterhöhungen, zweifelhafte Heizkostenabrechnungen – alles, um mehr Profit aus den Mietern zu pressen. 'Mir gefällt das überhaupt nicht', betont van Aken, 'das merkt man, wenn man mit den Leuten spricht.' Besonders sobald mehrere Beschwerden aus demselben Wohngebiet eingehen, will die Partei Präsenz zeigen, nachforschen und Vonovia auch öffentlich konfrontieren. In Leipzig habe dieser Druck bereits konkrete Ergebnisse gebracht: Mieter bekamen nachweislich Geld von Vonovia zurück, nachdem die Partei gemeinsam mit Landtagsabgeordneten nachgehakt hatte. Van Aken spricht von Strukturen, die für ihn schon fast 'mafiös' anmuten. Die Linke möchte Vonovia enteignen und die Wohnungen in öffentliche Hand bringen. Dabei hält van Aken die von offizieller Seite genannten Kosten für massiv übertrieben. Wirkliche Marktpreise und die wahren Bau- und Instandhaltungskosten lägen deutlich niedriger, argumentiert er. Und letzten Endes würde das Geld ohnehin wieder durch die Mieteinnahmen in den öffentlichen Haushalt fließen. Ziel sei es, künftig in Berlin, wo rund 138.000 Vonovia-Wohnungen stehen, nach der nächsten Wahl mit einer linken Bürgermeisterin und Rot-Rot-Grün solche Schritte durchzusetzen. Außerdem fordert van Aken einen bundesweiten Mietendeckel. Der notwendige Druck auf SPD und CDU soll durch Aktionen wie das Meldeportal erhöht werden – früher oder später müsse laut ihm sogar die CDU dem Mietendeckel zustimmen.
Die Linke setzt mit einem neu geschaffenen Meldeportal für Vonovia-Mieter ein Zeichen gegen den aus ihrer Sicht systemischen Mietmissbrauch des Wohnungskonzerns. Partei-Chef Jan van Aken sieht in den wiederholten Beanstandungen keinen Zufall, sondern ein strukturelles Problem; die Partei will konkrete Vor-Ort-Maßnahmen auf Beschwerden hin durchführen. Aktionen wie das Meldeportal, Rückerstattungen erfolgreicher Interventionen – etwa in Leipzig – und Kampfansagen an 'mafiöse Strukturen' sollen den Druck erhöhen, bis hin zur angestrebten Enteignung der Vonovia-Bestände in Berlin.
Aktuelle Recherchen zeigen, dass das Thema Wohnen weiterhin zu den drängendsten sozialen Fragen in Deutschland zählt. Laut Berichten der taz und Zeit online wächst der Protest gegen steigende Mieten, insbesondere in Großstädten, und auch der Ruf nach Regulierung wird lauter. Die SPD lehnt zwar bislang Enteignungen ab, setzt aber auf verschärfte Mietregulierung – während die Union den Vorschlag zum Mietendeckel weiterhin blockiert. Experten warnen davor, dass eine reine Vergesellschaftung ohne umfassende Bauoffensive kaum Entspannung bringen wird. Auch Vonovia selbst hat unlängst in einer Stellungnahme betont, man prüfe jede Beschwerde individuell und setze auf Kommunikation, bestreitet aber systematisches Fehlverhalten.