Leichter Hoffnungsschimmer: Deutsche Wirtschaftsunternehmen wieder vorsichtig optimistischer

Nach herben Rückschlägen im Frühjahr scheint sich die Laune in den deutschen Firmen langsam aufzuhellen – zumindest etwas.

heute 10:17 Uhr | 2 mal gelesen

Erwartet hatte man wenig, nun gibt es immerhin einen Hauch Aufwind: Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Mai leicht auf 84,9 Punkte (zuvor 84,5) – nicht gerade berauschend, doch ein Digitalisierungsschub fühlt sich vermutlich auch erstmal so an. Laut Ifo-Institut zeigen sich die Unternehmen wieder ein wenig zufriedener mit ihrer aktuellen Situation, und der Zukunftsblick ist – sagen wir – weniger düster als zuletzt. Irgendwo zwischen vorsichtiger Hoffnung und anhaltender Unsicherheit bewegt sich derzeit das Bild der deutschen Wirtschaft. Im produzierenden Gewerbe gibt es ein kleines Plus, da die Firmen ihre Lage positiver wahrnehmen, wenn auch die Aussichten weiterhin gemischte Gefühle auslösen. Dass zudem die Neuaufträge weniger werden, trübt die Stimmung dabei etwas. Erstaunlich: Bei den Dienstleistern geht es deutlicher nach oben, besonders die Zukunftserwartungen haben sich nach dem regelrechten Absturz der Vormonate erholt. Logistik und Tourismus ächzen zwar nach wie vor, aber der Tiefpunkt scheint zumindest überwunden. Im Handel klingt das Ganze wie ein vorsichtiges Ausatmen: Das Geschäftsklima erholt sich, der Pessimismus nimmt leicht ab, der Gegenwind durch zögernde Kund:innen bleibt aber heftig. Und was macht das Baugewerbe? Dort ist die Stimmung ein Stück zurückgegangen, vor allem weil die momentane Situation schlechter eingeschätzt wird. Immerhin, die Erwartungen sind trotz Skepsis wieder ein kleines Stück nach oben gerutscht – ganz trauen tut man dem Braten aber noch nicht.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex signalisiert eine leichte Stabilisierung der deutschen Wirtschaft, nachdem im Frühjahr die Zukunftserwartungen der Unternehmen auf breiter Front eingebrochen waren. Besonders Dienstleister zeigen sich wieder optimistischer und auch im Handel gibt es zarte Anzeichen für Erholung, wenngleich die Kaufzurückhaltung das Geschäft belastet. Im Baugewerbe bleibt die Skepsis stark, dennoch zeigen die aktuellen Erwartungen wieder einen vorsichtigen Aufwärtstrend. Ergänzend zu den aktuellen Ifo-Zahlen berichten mehrere Medien, dass die schwache Binnennachfrage, die hohe Inflation und globale Unsicherheiten wie der Ukraine-Krieg sowie Handelskonflikte weiterhin schwer auf der deutschen Wirtschaft lasten. Laut FAZ und Süddeutscher Zeitung sind besonders strukturelle Probleme wie Fachkräftemangel und schleppende Digitalisierung entscheidende Hemmschuhe für eine nachhaltigere Erholung. Gleichzeitig wird von verschiedenen Seiten betont, dass der erwartete Aufschwung bisher ausbleibt und sowohl Exportunternehmen als auch der Binnenmarkt weiter unter erheblichem Druck stehen, insbesondere da steigende Kosten viele Firmen zu Einsparungen zwingen.

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