Steuerzahlerbund wirbt für Reform beim Elterngeld: Einsparen, aber nicht auf Kosten der Familien

Der Bund der Steuerzahler ruft zu einer grundlegenden Neuaufstellung des Elterngelds auf – Sparzwänge treffen Familienleistungen ins Mark.

vor 58 Minuten | 2 mal gelesen

Manchmal hat es ja fast etwas Rituelles: Da tauchen die üblichen Haushaltsprobleme auf und prompt werden die bekannten Reformforderungen laut. Diesmal steht das Elterngeld im Rampenlicht, genauer gesagt: Seine Zukunft im Bundeshaushalt. Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, hat klipp und klar gegenüber der 'Rheinischen Post' verkündet, dass kein Ministerium aus der Sparnummer rauskommt. Ausgerechnet das Familienministerium unter Karin Prien von der CDU trifft es jetzt besonders hart. Über 500 Millionen Euro weniger im Etat ab 2027 – das ist kein Pappenstiel. Gleichzeitig, und das muss man ihm lassen, pocht Holznagel darauf, dass die Kürzungswelle nicht blind über Familien hinwegrollen sollte. Im Gegenteil, Familien-bedürfnisorientierte Politik? Davon könne es ruhig mehr geben. Er sieht neben direkter Förderung auch kreative Wege, wie steuerliche Erleichterungen oder neue Bonusmodelle in den Sozialkassen. Gerade weil Letztere letztlich auf die nächste Generation Beitragszahler angewiesen sind, gehe es gar nicht ohne langfristiges Denken. Dennoch – Sparen bleibt halt Pflichtprogramm, die Zeiten von 'Tabuthemen im Haushalt' sind laut Holznagel endgültig vorbei. Mit anderen Worten: Politische Kunst wird jetzt beim Jonglieren von Sparzwang und sozialer Verantwortung gefragt sein. Die kommenden Jahre dürften in dieser Debatte spannend bleiben – und vielleicht, ja vielleicht, bringt jemand am Ende auch noch eine unerwartete Lösung ins Spiel. Persönlich frage ich mich ja manchmal: Warum eigentlich immer das Elterngeld zuerst?

Der Bund der Steuerzahler setzt sich in den aktuellen Haushaltsdebatten dafür ein, das Elterngeld grundlegend zu überdenken – allerdings nicht auf dem Rücken der Familien. Präsident Holznagel plädiert neben Einsparungen auf die Förderung von Familien durch steuerliche Vorteile und Bonussysteme, um künftige Beitragszahler zu sichern. Mit Blick auf den bevorstehenden Sparkurs von 500 Millionen Euro im Familienministerium ist eine Balance zwischen Reduzierung der Ausgaben und wirksamer Familienförderung zentral. In den letzten zwei Tagen wurde die Diskussion um das Elterngeld auch durch politische Initiativen und zivilgesellschaftliche Kritik befeuert. Die Regierungspläne zur weiteren Einschränkung des Elterngeldbezugs stoßen insbesondere bei Oppositionsparteien, Frauenverbänden und erwerbstätigen Eltern auf Widerstand – sie befürchten eine Benachteiligung kinderreicher und einkommensschwacher Familien. Bundesweit laufen aktuell verschiedene Petitionen und Protestaktionen, die eine sozial gerechte und familienfreundliche Reform statt pauschaler Kürzungen fordern. Auch Wirtschaftsexpert:innen warnen vor negativen Auswirkungen auf die Geburtenrate, wenn finanzielle Anreize weiter schwinden.

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