Neues Apothekenreformgesetz beschlossen – Vergütungserhöhung bleibt aus

Berlin – Künftig dürfen Apotheken umfangreichere Dienste anbieten: Sie können nicht nur impfen, sondern auch diverse Diagnostiktests durchführen und Beratung ausbauen. All das verspricht das nun verabschiedete Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG), das heute im Bundestag endgültig zur Abstimmung steht. Thomas Preis, Präsident der ABDA, betont: 'Mit neuen Kompetenzen stärken wir die wohnortnahe Gesundheitsversorgung enorm.' Die Zitterpartie bei der Honoraranpassung geht jedoch weiter.

heute 11:46 Uhr | 2 mal gelesen

Obwohl der Aufgabenbereich der Apotheken hierzulande erweitert wird, bleibt die Vergütungsfrage ungelöst. Thomas Preis, ABDA-Präsident, malt ein düsteres Bild: Bereits jetzt ist die Zahl der Apotheken in Deutschland auf nur noch 16.541 gesunken – der niedrigste Stand seit Jahrzehnten. „Im europäischen Vergleich sind wir fast schon Schlusslicht bei der Apothekendichte“, mahnt Preis. Ein wirklicher Umschwung, das zeigt auch seine Forderung, werde erst durch eine Erhöhung des Honorars für rezeptpflichtige Medikamente auf mindestens 9,50 Euro gelingen – so wie es der Koalitionsvertrag vorsah. Doch das Thema steckt fest, und ein Zwei-Stufen-Modell zur Honoraranpassung würde den dringend benötigten Wandel nur weiter verzögern. „Wer jetzt weiter zögert, riskiert die wohnortnahe Versorgung – und letztlich die Sicherheit der Patienten“, so Preis. Besonders kritisch: Seit über zehn Jahren ist das Fixhonorar bei 8,35 Euro eingefroren. Zudem plant die Bundesregierung, den Apothekenabschlag auf 2,07 Euro zu erhöhen, was de facto einer Kürzung entspricht. Während Apotheken ihre Leistungen ausweiten, droht ihre finanzielle Basis weiter zu bröckeln. Mehr Infos: www.abda.de.

Das neue Apothekenreformgesetz (ApoVWG) bringt zwar erweiterte Kompetenzen für deutsche Apotheken – darunter Impfungen und verschiedene pharmazeutische Dienste –, doch eine Anpassung der Vergütung steht weiterhin aus. Trotz wachsender Anforderungen blieb das Honorar für rezeptpflichtige Medikamente seit 2013 bei 8,35 Euro bestehen, während die Politik noch keine klare Lösung zur Erhöhung gefunden hat, was für viele Apotheken existenzbedrohend ist. Begleitend wird der Apothekenabschlag bei der GKV erhöht, was die wirtschaftliche Misere der Branche weiter verschärft und die flächendeckende Versorgung in Gefahr bringt. Aktuell berichten mehrere deutsche Medien ausführlich über die Lage der Apotheken: - Die Süddeutsche Zeitung hebt hervor, dass viele Apotheken mit wirtschaftlichen Problemen kämpfen, weil Honoraranpassungen fehlen und gleichzeitig Kosten steigen, was zu einer Welle von Schließungen und Protesten führte. Außerdem wird diskutiert, ob die geplanten Reformen für eine bessere Gesundheitsversorgung wirklich greifen werden (Quelle: Süddeutsche Zeitung). - Laut Der Spiegel schildern zahlreiche Apothekerinnen und Apotheker ihren Frust angesichts ausbleibender Vergütungen, wachsender Bürokratie und steigender Patientenerwartungen. Der Artikel betont die zentrale, aber vielfach unterschätzte Rolle der Apotheken für das gesamte Gesundheitssystem (Quelle: Der Spiegel). - Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) analysiert, wie die aktuelle Gesetzeslage und wirtschaftlichen Bedingungen eine veritable Strukturkrise im Apothekenwesen auslösen und warum dringend gegengesteuert werden muss, bevor noch mehr Standorte für immer schließen (Quelle: FAZ).

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