Nach Ansicht von Iris Schöberl, Präsidentin des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), erweist sich die Mietpreisbremse in der Praxis als "unsozial" und ineffektiv – es würden letztlich die Falschen profitieren. Sie spricht im Namen zahlreicher Branchenverbände, die einen baldigen Rückbau dieser Regulierung anmahnen. Wie dieser Prozess konkret aussehen könnte, zum Beispiel ob die Kappungsgrenze ausgesetzt werden müsse, ließ Schöberl offen. Klar ist für sie nur: Irgendwo muss man anfangen, und sie plädiert für einen Dialog mit der zuständigen Justizministerin – unkompliziert Kontakt aufnehmen sei aber eben nicht so einfach, fügte sie augenzwinkernd hinzu. Dank neu geschaffener Expertengruppen gäbe es nun immerhin eine Chance, dass die Immobilienbranche Gehör findet – wenn auch der Weg dorthin zäh und voller Hürden ist.
Interessant zur Einordnung: Das Statistische Bundesamt vermeldete kürzlich einen massiven Rückgang beim Wohnungsneubau. Im Jahr 2025 wurden demnach bundesweit nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt – das sind 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Es ist nun schon das zweite Jahr in Folge mit rückläufigen Zahlen, wobei die Folgen für den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt gravierend sein dürften.
Die Debatte um die Mietpreisbremse spitzt sich zu: Während die Immobilienbranche auf ein Ende der Regelung drängt, zeigen aktuelle Zahlen einen Rückgang beim Wohnungsneubau, was das Problem der Wohnraumknappheit noch verschärft. Die Politik hat auf die Kritik reagiert, indem sie Expertengruppen einrichtete, die jedoch laut Branchenvertretern kaum kurzfristige Lösungen bieten. Neuere Entwicklungen zeigen, dass auch politisch kontroverse Stimmen lauter werden, weil die Mietpreisbremse soziale Schieflagen verschärfen könnte, ohne den Immobilienmarkt nachhaltig zu entspannen. Hinzu kommt, dass in mehreren Städten Deutschlands – etwa in Berlin und München – trotz Preisbremse die Mietpreise weiter steigen. Gleichzeitig melden Nachrichtenportale, dass der soziale Wohnungsbau ins Stocken gerät, weil die Kosten für Bauen und Sanieren stark gestiegen sind. Laut einer aktuellen Analyse der Deutschen Bundesbank droht damit langfristig eine weitere Verschärfung auf dem Mietmarkt.