Warum Flexibilität im Berufsalltag beim Recruiting weiter unschlagbar bleibt

Eschborn – Wer heute Mitarbeitende gewinnen will, konzentriert sich bei den angebotenen Anreizen weniger auf fancy neue Arbeitsmodelle. Vieles dreht sich um die praktischen Dinge, die das tägliche Arbeiten wirklich angenehmer machen – das zeigt die neueste Randstad-ifo-HR-Befragung aus dem ersten Quartal 2026.

heute 12:00 Uhr | 1 mal gelesen

Flexibilität ist zum Schlüsselbegriff geworden, wenn es um Anreize im Recruiting geht. Nach wie vor stehen flexible Arbeitszeiten ganz oben auf der Wunschliste potenzieller neuer Kolleg:innen – eigentlich kaum überraschend, spätestens seit der Pandemie hat sich das fest im Selbstverständnis vieler Arbeitnehmer:innen verankert. 'Flexibilität bei der Arbeitszeit ist mittlerweile eher Grundvoraussetzung als ein netter Bonus', beschreibt Verena Menne von Randstad Deutschland die Lage. Und tatsächlich, Homeoffice und Co. sind in vielen Berufen längst Alltag, und dank digitaler Möglichkeiten schwappt dieses Bedürfnis mittlerweile auch in Branchen über, die eigentlich als weniger flexibel galten. Andere, trendige Modelle wie die 4-Tage-Woche, Sabbaticals oder Workation spielen paradoxerweise nur eine Randrolle – das Angebot dafür bleibt mit Werten um 10 Prozent (4-Tage-Woche) eher mager, Sabbaticals und ortsunabhängiges Arbeiten aus dem Ausland kommen sogar noch seltener vor. Es zeigt sich, dass Arbeitgebende das Rad nicht ständig neu erfinden müssen, sondern sich eher an die Basisbedürfnisse ihrer Leute halten sollten. In unsichereren Zeiten – und davon haben wir derzeit ja reichlich – gewinnen außerdem Weiterbildungsangebote und attraktive Löhne an Bedeutung. Damit schaffen Firmen nicht nur Sicherheit für ihre Teams, sondern verschaffen sich einen klaren Vorteil im Kampf um die besten Köpfe. Die Möglichkeit, sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln, sorgt – das ist kein Geheimnis – für mehr Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft. Und ja, auch das Kriterium ‚wo gearbeitet wird‘, also Remote oder Büro, rückt weiter nach vorn – die Akzeptanz und Nachfrage steigen, aber nicht alle Betriebe ziehen da schon konsequent mit. Hintergrund zur Studie: Die Ergebnisse stammen aus der Randstad-ifo-HR-Umfrage für das erste Quartal 2026. Hier werden regelmäßig HR-Verantwortliche aus kleinen und größeren deutschen Firmen befragt, um ein realistisches Bild vom Recruiting-Markt zu bekommen. Noch ein paar Takte für die Statistikfreunde: Randstad beschäftigt allein in Deutschland über 28.000 Menschen, ist seit mehr als fünf Jahrzehnten am Markt und gehört international zu den Big Playern im Bereich Personaldienstleistungen – man ist also durchaus im Thema drin.

Flexible Arbeitszeiten bleiben laut aktueller Randstad-ifo-HR-Umfrage das Herzstück des Recruitings; spektakuläre neue Modelle werden nur selten angeboten und sogar von Bewerbenden seltener gewünscht, während klassische Arbeitszeitflexibilität und die Aussicht auf Weiterbildung entscheidend sind. Insgesamt verschieben sich die Prioritäten mit Blick auf Unsicherheit und Inflation: Finanzielle Sicherheit durch bessere Löhne und gezielte Förderung der individuellen Entwicklung gewinnen an Gewicht. Aktuelle Recherchen auf taz.de belegen: Flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice und Gleitzeit sind zwar Standard geworden, doch viele Betriebe tun sich mit ganz neuen Ansätzen schwer. Bei dw.com wird betont, dass Beschäftigte immer häufiger Arbeitsort und -zeit mitbestimmen möchten und Unternehmen daran gemessen werden, wie fair sie dies ermöglichen. Laut spiegel.de werten Unternehmen klassische Benefits wie Urlaubstage und Weiterbildung durch gezielte Anpassungen auf, um Talente zu binden – und stellen fest, dass innovative Modelle zwar Medienaufmerksamkeit bekommen, aber im Alltag weit weniger gefragt sind.

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