Röwekamp erklärte gegenüber der 'Rheinischen Post', die erhöhte Truppenstärke in Polen sei ein klares Signal – die Vereinigten Staaten ziehen sich auch in unruhigen Zeiten nicht vollständig aus ihrer Verantwortung zurück. Gleichzeitig, fügte er nüchtern hinzu, könne der Schritt die Reduzierung amerikanischer Streitkräfte auf deutschem Boden zumindest in Teilen ausgleichen, selbst wenn dies aus deutscher Perspektive ein Wermutstropfen bleibe. Aber, das betonte er fast mit Nachdruck, die Entwicklung zeige auch, dass auf Europa ein neuer Ernst liegt: Mehr eigene Verteidigungsbereitschaft ist gefragt. Besonders bei militärischer Reichweite und der Fähigkeit, notfalls auch selbst wirksam zuzuschlagen, sehe er Handlungsbedarf. Aber, so Röwekamp ganz offen, diese Verantwortung wolle und werde man in Zukunft stärker schultern. Ob diese Umstellung so reibungsfrei verläuft, steht, wenn man ehrlich ist, auf einem anderen Blatt.
Röwekamp sieht in der Verlegung von US-Truppen nach Polen ein unterstützenswertes Zeichen für die europäische Sicherheit, auch wenn es den Abzug aus Deutschland nicht vollständig kompensieren könne. Er macht deutlich, dass der Kontinent künftig stärker auf eigene sicherheitspolitische Beine angewiesen ist – Themen wie strategische Schlagkraft und eigenständige Verteidigungsfähigkeit gewinnen an Gewicht. Nach aktuellem Stand plant die NATO weiterhin, die Zusammenarbeit an der Ostflanke zu stärken, während Polen mit massiven Investitionen in die Landesverteidigung reagieren möchte; Deutschland ringt dagegen noch um Konsens zur eigenen Rolle (zuletzt wurde in verschiedenen Medien zudem diskutiert, wie die EU eigenständig militärisch handlungsfähig werden kann und welche Probleme das mit sich bringt – vgl. aktuelle Artikel z.B. auf spiegel.de und faz.net).