Moderat steigende Preise erwartet das HWWI etwa für verschiedene Gebiete in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Teile des nördlichen Bayerns. Dagegen könnte es vor allem in ländlichen Regionen Ost- und Mitteldeutschlands, aber auch in grenznahen Gegenden, zu realen Preisrückgängen kommen.
Laut Manuel Beermann (Postbank) ist die Preisentwicklung eng mit der Wirtschaftskraft und der Demografie verbunden: Dort, wo Menschen zuziehen, Jobs entstehen und Wohnungen knapp sind, steigen die Werte. In strukturschwachen, überwiegend ländlichen Regionen sieht’s hingegen mau aus.
Auffällig: Schleswig-Holstein wird zwar selten als Boom-Land genannt, soll aber bis 2035 vorn mitspielen – mit einem erwarteten Preisplus von 0,8 Prozent jährlich. Auch Berlin, Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg und Hessen stehen mit Zuwächsen zwischen 0,6 und unter 0,6 Prozent gut da. Andernorts – etwa in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – werden überwiegend rückläufige Preise in den Landkreisen vorhergesagt; eine Folge rückläufiger Einwohnerzahlen.
Bemerkenswert: Leipzig landet mit 1,9 Prozent jährlichem Wachstum bei den Preisen für Bestandswohnungen an der Spitze aller untersuchten Regionen. Auch angrenzende Brandenburger Kreise wie Barnim, Teltow-Fläming oder Dahme-Spreewald ziehen an – Brandenburg stellt fünf der zehn Spitzenregionen. Bayern, Schleswig-Holstein und Hessen sind ebenfalls unter den Top 10 zu finden.
Wenn man sich die Großstädte anschaut, gibt’s keine echte Preisflaute: Überall werden zumindest stabile, meistens aber steigende Preise prognostiziert. Leipzig und Dresden sprinten in Sachsen gegen den Landestrend nach vorn, Ludwigshafen am Rhein fällt durch günstige Ausgangspreise auf. In Potsdam, gleich bei Berlin, schraubt die Nähe zur Hauptstadt die Preise in die Höhe.
Kurzum: Wer in einer Großstadt oder wachstumsstarken Mittelstadt eine Eigentumswohnung besitzt, kann sich meist auf kontinuierlichen Wertzuwachs einstellen. In vielen ländlichen Gebieten bremst dagegen die demografische Entwicklung das Preiswachstum spürbar aus. Der Wohnatlas empfiehlt: Auch wo die Preise stagnieren oder sinken, lässt sich manchmal ein attraktives Eigenheim für den Eigenbedarf oder als Altersvorsorge finden. Aber: Immer gut hinschauen, denn entscheidend sind am Ende Lage, Infrastruktur und Nachfrage.
Der Postbank Wohnatlas 2026 liefert neue Impulse für das Verständnis regionaler Immobilienmärkte: Zwar steigen die Preise durchschnittlich nur langsam, aber stark differenziert nach Lage – mit Süddeutschland, Brandenburg und dem Umland der „Big 7“ als Gewinner. Interessant ist, wie stark Faktoren wie Bevölkerungswachstum, Alterung und Arbeitsplatzangebot für die Entwicklung in einzelnen Regionen entscheidend sind. Die aktuelle Presselandschaft legt zudem nahe, dass Miet- und Baukosten, Zinsniveau sowie politische Unsicherheiten die Prognosen kurzfristig beeinflussen können; jüngere Analysen (z.B. laut Süddeutscher Zeitung und FAZ) merken an, dass energetische Sanierungen und klimabedingte Umbauzwänge Preise mittelfristig ebenfalls prägen. In der Forschung spielt zudem das Thema Wohneigentum als Altersvorsorge und Inflationsschutz weiterhin eine große Rolle. Zu beobachten bleibt, ob sich die teils sehr unterschiedlichen Wachstumsprognosen tatsächlich erfüllen oder durch kommende Immobilienmarkt-Schocks nachkorrigiert werden müssen.