Der ganz große Wurf gelang ZDF und ARTE mit der Dokumentation "Wie Kriege enden – und Frieden möglich ist", die in der Kategorie International Affairs gleich doppelt abräumte: Neben Gold gab es die besonders begehrte Grand-Jury-Auszeichnung. Die Filmemacher wagten es, tieferzugraben – sie sprachen mit Friedensnobelpreisträgern und Ex-Kombattanten, warfen Fragen auf, auf die es keine einfachen, zeitgemäßen Antworten gibt. Redaktionsseitig verantworteten Wolfgang Bergmann und Jean-Christoph Caron das Projekt. Mehr Gold: Die "frontal"-Doku-Reihe "Die Kampfschwimmer" gewährte ungewohnt offene Einblicke in die Ausbildung und Missionen der Marinespezialkräfte der Bundeswehr; von Sicherheit an der NATO-Ostflanke im Kontext neuer Bedrohungen. Produzentin Anna Feist erschafft einen nüchternen, gleichwohl packenden Blick auf die Rückkehr des Kalten Krieges an die Küste (Redaktion: Kyo Mali Jung). Dem Historischen spürt "Roadtrip 1945" aus der Terra X History-Redaktion nach: Mirko Drotschmann rekonstruiert das Schicksal von Manfred Gans alias Frederick Gray – Shoah-Überlebender, Rückkehrer, Suchender nach dem Ende des Alptraums. Gleich mehrere Produktionen heimsten Silber ein, darunter "An einem Tag im September", eine TV-Reflexion von Fred Breinersdorfer und Kai Wessel auf die Anfänge der Versöhnung Europas nach 1945. "Inside Kokain" hingegen blickt ungeschönt hinter die Fassade des Drogenmarkts – vom Regenwald Kolumbiens bis zu deutschen Straßen, recherchiert von Christopher Stöckle. Der Preis für investigativen Journalismus ist hier verdient. Nicht minder bewegend: "Sudan – Ein Krankenhaus im Schatten des Krieges" zeigt einen kleinen medizinischen Außenposten im Bürgerkriegschaos und legt Finger auf die Wunde der vergessenen Konflikte. Finalisten-Ehrungen gingen unter anderem an "Magic Moves" – eine Kooperation mit dem Klinikum der LMU München, in dem Zauberkunst zum Therapiemittel für Kinder wird – an die Basketball-Doku "The Wagner Brothers" und an das Porträt Russlands vier Jahre nach dem Überfall auf die Ukraine. Auch im Bereich On-Air-Promotion sammelte das ZDF Edelmetall – zum Beispiel mit dem festlichen "Weihnachten 2024"-Spot, der gleich zweimal prämiert wurde. Dazu gab es Anerkennung für das Medienkompetenz-Projekt "Schau Hin! Was dein Kind mit Medien macht …", eine Aktion für Eltern und ihre Kinder im Mediendschungel. Wer Infos, Pressefotos oder Streamingtipps sucht, wird inzwischen am ehesten online fündig – und der Kontakt zur ZDF-Pressestelle bleibt vorhanden, falls Fragen offen sind.
Die New York Festivals 2026 brachten dem ZDF und seinen Kooperationspartnern ein ganzes Bündel an Auszeichnungen, wobei die große Bandbreite – von Kriegs- und Friedensdokus über historischen Stoff und gesellschaftliche Themen bis hin zu Unterhaltung für Kinder – auffiel. Die prämierten Produktionen belegen, wie facettenreich und engagiert öffentlich-rechtlicher Journalismus aktuell sein kann: Die ausgezeichneten Filme spiegeln Brüche und Chancen unserer Gegenwart, sei es durch investigative Recherchen zum globalen Drogenhandel, intime Bestandsaufnahmen von Konflikten oder sensible Zugänge zu Bildungsinitiativen. Nach Recherchen in aktuellen Medien wird besonders hervorgehoben, wie sich das ZDF zunehmend auf vielfältige Erzählweisen und internationale Kooperationen stützt – etwa durch Formate wie "Inside Kokain" oder "Tracks East", die auch außerhalb des deutschen Sprachraums auf Interesse stoßen und gesellschaftliche Wirklichkeit nicht beschönigen. Außerdem betonen Fachartikel, dass die New York Festivals branchenweit als Gradmesser für innovative Formate und journalistische Qualität gelten – und das ZDF in diesem Jahr klug auf Zeitgeist und Relevanz gesetzt hat.