Fabian Mehring (FREIE WÄHLER): 'Wir brauchen eine neue Lust auf Innovation' – Ein Ruf nach Wirtschaftswunder 2.0 für Deutschland

In Deutschland dominiert das Gespräch über fehlende Fachkräfte, lähmende Bürokratie und wirtschaftliche Unsicherheit. Bayerns Digitalminister Fabian Mehring hält dagegen: Er fordert eine optimistische Haltung, mehr Offenheit gegenüber Tech-Trends – und erinnert an den Geist des Wirtschaftswunders. Im aktuellen DUP-Videocast spricht er mit Verleger Jens de Buhr über KI, Innovation und den Bedarf an frischem Pioniergeist in Deutschland.

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„Künstliche Intelligenz ist die industrielle Revolution unserer Generation – sie wird unsere Gesellschaft genauso umkrempeln, wie es einst die Dampfmaschine oder Elektrizität taten“, betont Fabian Mehring im Interview. Deutschland habe nicht den Luxus, Innovationen einfach nur zu bestaunen, während internationale Player wie die USA oder China längst Tatsachen schaffen. „Hierzulande gibt es keine nennenswerten Rohstoffe und die Kostenstruktur ist hoch. Unsere wirtschaftliche Zukunft hängt daran, Technologien wie KI nicht bloß zu adaptieren, sondern aktiv mitzugestalten.“ Für Mehring ist KI keineswegs ein Jobkiller, sondern das beste Mittel gegen den Fachkräftemangel und den demografischen Wandel. „In zehn Jahren werden Millionen Beschäftigte in Rente gehen. Schon heute fehlen vielerorts die fähigen Köpfe. Wenn wir Digitalisierung und Automatisierung verschlafen, funktioniert am Ende weder Wirtschaft noch Verwaltung.“ Technologie, so Mehring, müsse der Hebel für mehr Produktivität sein – gerade, wenn Menschen rar werden. Vor allem verweist Mehring auf Bayern als Keimzelle der Tech-Szene: „Wir investieren bereits kräftig in Schlüsseltechnologien und fördern Start-ups, Risikokapital sowie den Mittelstand im Bereich Digitalisierung.“ Aber: Der gesellschaftliche Pessimismus in Deutschland könne diesen Fortschritt gefährden. „Wir brauchen weniger Bedenkenträgerei und mehr Zuversicht, vielleicht sogar wieder ein kollektives Kribbeln wie beim Wirtschaftswunder nach dem Krieg.“ Das Gespräch mit Mehring ist jetzt online auf der Website des DUP-Magazins abrufbar. Außerdem erscheint das Interview in der kommenden Ausgabe des DUP Unternehmer-Magazins, das unter anderem bei der SZ und der FAS beiliegt.

Fabian Mehring sieht in KI eine historische Chance für Deutschland, nicht zuletzt aufgrund der demografischen Herausforderungen und international wachsenden Konkurrenz. Er betont, dass die Digitalisierung kein Arbeitsplatzvernichter sei, sondern vielmehr unabdingbar, um Deutschland konkurrenzfähig und handlungsfähig zu halten. Die Förderung von Technologie, Start-ups und einer mutigen Innovationskultur seien zentral, mahnt aber auch: Ohne einen gesellschaftlichen Stimmungswandel hin zu mehr Optimismus und Tatendrang drohe der technische Fortschritt zu verpuffen. Neueste Berichte zeigen, dass der KI-Einsatz in Deutschland rapide wächst – vor allem im Mittelstand (laut FAZ nehmen Betriebe verstärkt KI-gestützte Tools für Bürokratieabbau und Innovation in Anspruch). Gleichzeitig warnen Experten auf t3n.de vor technischer Überforderung kleiner Unternehmen und fordern mehr Bildungsangebote. Auf Spiegel.de wird die politische Debatte um die Regulierung von KI betont: Politiker diskutieren, wie ein Gleichgewicht zwischen Innovationsförderung und Gefahrenabwehr gelingen kann.

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