Italos Vorstoß: Mehr Zugverkehr auf deutschen Schienen?

Der italienische Bahnbetreiber Italo fordert, dass der Zugang zu schnellen Bahnstrecken in Deutschland neu organisiert wird – mit festen Anteilen für neue Wettbewerber.

heute 11:24 Uhr | 3 mal gelesen

Am Freitag steht bei der Bundesnetzagentur eine Anhörung an, die in der Bahnbranche für Gesprächsstoff sorgt. Italo ist mit dabei, ebenso wie die altbekannte Deutsche Bahn und das Konkurrenzunternehmen Flixtrain – irgendwie klingt das fast nach einem Showdown um die Zukunft des Schienenverkehrs. Laut Berichten des 'Spiegels' fordern die Italiener in ihrem vierseitigen Papier, dass 'ein verbindlicher Mindestanteil an Fahrten speziell für neue Anbieter reserviert' werden soll. Dass sie nicht bloß mit dem übriggebliebenen Rest abgegolten werden wollen, machen sie deutlich – sie verlangen regelmäßige und verlässliche Zeitfenster im Fahrplan, keine Lückenfüller. Für Italo geht es neben Trassen auch um Services: Ticketshops, Lounges, die ganze Infrastruktur in Bahnhöfen. Einen Sonderstatus will man angeblich nicht – nur die Grundlage, vernünftig investieren zu können. Interessant dabei: Italo plant einen massiven Markteintritt in Deutschland und hätte für die Züge am liebsten schon jetzt feste Vereinbarungen vorliegen, doch Deutschlands Eisenbahnwelt kennt solche langfristigen Rahmenverträge bislang kaum. Chef Luca Cordero di Montezemolo macht Druck: Spätestens Ende Mai braucht er Klarheit bezüglich der Kapazitäten. Es geht nämlich nicht nur um deutsche Vorschriften, sondern auch um Lieferfristen – ein riesiger Zugauftrag hängt bei Siemens an der Entscheidung. Falls alles fix gemacht wird, müsste der Deal schon im Juni stehen. Wer hätte gedacht, dass Schienenverkehr und Wirtschaft so aufregend enggetaktet sein können?

Italo drängt auf eine Neuverteilung der Bahnstreckenkapazitäten zugunsten neuer Marktteilnehmer und fordert Mindestanteile für einen fairen Zugang zum deutschen Hochgeschwindigkeitsnetz. Die Argumente des italienischen Unternehmens richten sich auf Investitionssicherheit und bessere Planung für die geplante Expansion, wobei sie explizit keine Sonderbehandlung fordern, sondern eine gerechtere Bahnpolitik betonen. Die Debatte ist Teil eines größeren Trends, in dem Bahnstrecken in Europa zunehmend für mehr Wettbewerb geöffnet werden, was sowohl Chancen für Verbraucher als auch Herausforderungen für Infrastruktur und Koordination mit sich bringt. – Nachrecherche: Laut einem aktuellen taz-Artikel betonen Experten, dass offene Bahnnetze zu sinkenden Preisen und besseren Services führen können, es jedoch bisher an klaren Quoten für Neueinsteiger fehlt. Die Deutsche Welle hebt hervor, dass politische Widerstände und bestehende Wettbewerber neue Anbieter wie Italo vor Hürden stellen, dabei aber das Potenzial für mehr Innovation heben könnten. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die Bundesnetzagentur signalisiert hat, den Streit aufmerksam zu begleiten und perspektivisch offen für europäische Lösungen zu sein, gleichzeitig aber auf technische Kapazitätsgrenzen verweist und keinen Schnellschuss verspricht.

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