Ökonom Achim Truger warnt vor drohendem Kollaps der Kommunalfinanzen
Ein Defizitrekord von 32 Milliarden Euro erschüttert Deutschlands Städte und Gemeinden. Achim Truger, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, wirft der Bundesregierung vor, die prekäre Lage mit ihrer Sparpolitik zu verschärfen statt zu lindern.
heute 01:02 Uhr | 2 mal gelesen
Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis einer der führenden Wirtschaftsweisen Alarm schlägt: Die Finanzlage vieler deutscher Kommunen gleicht einem brennenden Haus – das Wasser zum Löschen scheint allmählich auszugehen. Bereits das dritte Jahr in Folge stehen Schwimmbäder kurz vor dem Aus, Straßen und Brücken verkommen im Alltag und etliche Stellen bleiben unbesetzt. Truger bringt es auf den Punkt: Die Städte und Gemeinden sind an einem Punkt angekommen, an dem Sparen nicht mehr hilft – es fehlt einfach an Luft zum Atmen.
Vor allem der Anstieg der Ausgaben für Geflüchtete und die schwächelnden Einnahmen aus der Gewerbesteuer belasten. Truger schlägt vor, Kommunen stärker an der Mehrwertsteuer zu beteiligen und gezielt ärmere Städte zu unterstützen. Sein Appell – der sich fast etwas verzweifelt anhört – richtet sich nicht nur an den Bund, sondern auch an die Vorstellung, Probleme ließen sich schlichtweg "wegkürzen". Er sagt: Finanzieller Zusammenhalt ist kein frommer Wunsch, sondern bittere Notwendigkeit. Soziale Sprengkraft inklusive, sollte diese Warnung ungehört verhallen. Ausgerechnet jetzt.
Im Kern schlägt Achim Truger Alarm: Kommunen in Deutschland steuern auf einen finanziellen Kollaps zu, ausgelöst durch ein rekordverdächtiges Defizit und zu knappe Haushaltsmittel. Besonders schwer wiegen gestiegene Sozialausgaben und sinkende Gewerbesteuereinnahmen, während die Bundesregierung laut Truger das Problem zu wenig ernst nimmt und sich hinter ihrer Sparpolitik versteckt. Truger fordert eine echte Neuordnung der Finanzbeziehungen und mehr Solidarität von Bund und Ländern.
In aktuellen Berichten wird zudem betont, dass viele Kommunen angesichts wachsender Aufgaben und Investitionsstaus kaum noch handlungsfähig sind; Experten warnen davor, dass gesellschaftliche Teilhabe, Daseinsvorsorge und Bildungsinfrastruktur nachhaltig Schaden nehmen könnten. Aus mehreren Quellen wird ersichtlich, dass ein Ende der kommunalen Finanzprobleme kurzfristig nicht zu erwarten ist – vielmehr stehen große Herausforderungen bevor, etwa im Bereich Integration oder Klimaschutz. Medien berichten verstärkt über die wachsende Frustration und die neue Dringlichkeit, das föderale System zu überdenken sowie das Verhältnis zwischen Bund, Ländern und Kommunen neu auszutarieren.