US-Börsen stottern – Steigende Staatsanleihen-Renditen dämpfen Anlegerlaune

Am Dienstag rutschten die US-Aktienmärkte ins Minus – nicht zuletzt wegen der gestiegenen Renditen von US-Staatsanleihen, die den Risikoappetit der Investoren spürbar zurückfuhren.

heute 22:15 Uhr | 2 mal gelesen

Am späten Nachmittag (New Yorker Zeit) prägte ein negativer Grundton die Kurse an der Wall Street: Der Dow Jones schloss bei 49.363 Zählern und verbuchte damit ein Tagesminus von 0,7 Prozent. Parallel sackte der S&P 500 ungefähr genauso stark auf 7.355 Punkte ab; die Tech-orientierte Nasdaq 100 verlor 0,6 Prozent und landete bei etwa 28.820 Punkten. Was war los? Wieder einmal waren es die Zinsen auf US-Staatsanleihen, die die Stimmung drückten: Die Rendite für zehnjährige Bonds kletterte auf 4,659 Prozent – bereits am Vortag war ein Anstieg zu beobachten. Interessant daran ist: Für manche Anleger verliert der Aktienmarkt bei solch hohen Anleihezinsen schlicht an Reiz, da festverzinsliche Wertpapiere auf einmal als vergleichsweise sichere und rentable Alternative glänzen. Auch das Währungsumfeld blieb nicht unberührt: Ein Euro wurde am Dienstagabend für 1,1605 US-Dollar gehandelt – was einer leichten Abschwächung der europäischen Gemeinschaftswährung entspricht, Dollar-Fans konnten sich folglich über einen Kurs von 0,8617 Euro pro Greenback freuen. Und als wäre das noch nicht genug an Abwärtsbewegung: Der Goldpreis fiel auffällig – pro Feinunze wurden 4.486 US-Dollar fällig, ein Abschlag von 1,8 Prozent. Umgerechnet auf den Gramm-Preis sind das rund 124,27 Euro. Beim Ölpreis setzte sich der Abwärtstrend fort; die Sorte Brent ging für 111,40 US-Dollar pro Barrel über den Tisch (minus 0,6 Prozent). Manchmal scheint es fast, als wolle alles gleichzeitig ins Rutschen geraten.

Die US-Börsen mussten am Dienstag erneut Abschläge hinnehmen, vor allem weil steigende Renditen bei zehnjährigen US-Staatsanleihen das Kalkül vieler Investoren veränderten. Anleger prüfen in solchen Phasen nüchtern, ob Aktien im aktuellen Umfeld tatsächlich das attraktivere Investment sind – oder ob eine Umschichtung in Anleihen oder andere Anlageklassen nicht schlicht mehr Sinn ergibt. Interessanterweise war nicht nur die Aktienseite betroffen: Auch Devisen, Gold und Öl verbuchten Verluste, was auf eine generelle Verunsicherung und Vorsicht an den Finanzmärkten hindeutet. Aktuelle Recherchen zeigen: Die US-Inflationsrate bleibt auf hohem Niveau, was die US-Notenbank vorsichtiger macht und Zinssenkungen unwahrscheinlicher erscheinen lässt. Große US-Tech-Konzerne enttäuschten zuletzt mit ihren Quartalszahlen, was zusätzlich Druck auf die Börsen macht. Parallel dazu zeigen sich europäische Börsen stabiler, da der starke US-Dollar Exporteure begünstigt, während Anzeichen auf eine beginnende Konjunkturabkühlung in China die globale Unsicherheit verstärken.

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