Leichter Rückgang bei den Firmenpleiten im Februar – Gläubigerverluste deutlich niedriger

Im Februar diesen Jahres verzeichneten die deutschen Amtsgerichte knapp über 2.000 neue Unternehmensinsolvenzen – ein leichtes Minus gegenüber dem Vorjahresmonat und mit überraschend geringeren Verlusten für die Gläubigerseite.

heute 08:37 Uhr | 3 mal gelesen

Die aktuellste Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) vom Freitag liefert eine vorsichtige Entwarnung: Im Februar 2026 wurden bundesweit 2.053 beantragte Unternehmensinsolvenzen gezählt. Im Vergleich zum Februar letzten Jahres sind das kaum messbare 0,7 Prozent weniger. Diese Zahl wirkt erst unspektakulär, aber solche minimalen Veränderungen können auch trügerisch sein, wenn man das statistische Drumherum bedenkt – etwa dass Insolvenzverfahren oft mit erheblicher Verzögerung einlaufen, weil sie erst nach dem ersten Gerichtsbeschluss in die Statistik gelangen. Der Zeitraum zwischen Antragstellung und Zählung kann gut und gerne ein Vierteljahr betragen. Und: Rheinland-Pfalz fehlte diesmal mit den aktuellen Februar-Daten, weshalb die Werte vom letzten Jahr herangezogen wurden – kleine Staubkörner im Getriebe der Statistik, aber sie verzerren den Gesamtblick. Was ins Auge sticht, ist der Sprung bei den Gläubigerforderungen: Die Gerichte mussten in diesem Jahr 'nur' einen Verlust von rund 2,5 Milliarden Euro melden, ein Bruchteil gegenüber den krassen 9 Milliarden Euro aus dem Februar 2025. Da fragt man sich manchmal, was wohl hinter diesen schwankenden Zahlen steckt – einzelne große Pleiten, die viel Gewicht haben, oder breitere Trends? Wenn man es herunterbricht: Im Durchschnitt kommen auf 10.000 Firmen derzeit 5,8 Insolvenzen. Spitzenreiter ist wieder die Branche Verkehr und Lagerei (11,1 Fälle pro 10.000 Unternehmen), dicht gefolgt vom Gastronomie-Sektor (9,7) und dem Baugewerbe (8,8). Fast schon ein medizinischer Befund für die schwankende Gesundheit unserer Wirtschaft. Kurios am Rande: Bei Verbraucherinsolvenzen gab es im Januar einen leichten Anstieg um 0,6 Prozent auf über 6.100 Fälle. Ob das ein Anzeichen für eine neue Wendung bei Privatleuten ist, bleibt noch offen – die Konjunktursorgen jedenfalls lassen nicht ganz los.

Im Februar 2026 fiel die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland um knapp 1 Prozent gegenüber dem selben Monat 2025, während die Summe der Gläubigerforderungen sogar drastisch zurückging. Die Analyse der Zahlen legt nahe, dass die wirtschaftlichen Unsicherheiten weiter bestehen, aber der große Knall ist bislang ausgeblieben. Hauptbetroffene Branchen bleiben der Transportsektor, Gastronomie und Bau – Bereiche, die schon länger mit strukturellen Herausforderungen ringen. Neuere Daten aus Medien und Wirtschaftsforschung deuten allerdings darauf hin, dass der Trend zu mehr Pleiten in 2024 und 2025 trotz aktuellem Rückgang noch nicht vorbei sein muss – viele Experten erwarten nach Auslaufen staatlicher Stützungsmaßnahmen weitere Insolvenzen, etwa in energieintensiven Bereichen. Konjunkturforscher warnen zudem, dass die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in nächster Zeit ansteigen könnte, vor allem durch die anhaltend hohe Inflation und die Verschärfung der Kreditbedingungen für Privatpersonen.

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