Wohnungsbau in der Sackgasse? Hubertz blickt trotz Baustopp zurück und nach vorn

Baukrise, aber kein Grund für Pessimismus: Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) zeigt sich zwar besorgt über die niedrigen Neubauzahlen, sieht aber Licht am Ende des Tunnels.

heute 09:01 Uhr | 4 mal gelesen

Gerade einmal etwa 206.000 Wohnungen wurden im letzten Jahr bundesweit fertiggestellt – viel zu wenig, wenn man sich den angespannten Wohnungsmarkt anschaut. Verena Hubertz verschweigt das nicht, im Gegenteil: "So ehrlich muss man sein – das reicht vorne und hinten nicht", erklärte sie gegenüber der "Rheinischen Post". Doch statt sich in Klagen zu verlieren, setzt die Ministerin lieber auf Optimismus: Die Genehmigungszahlen für 2025 und die ersten Monate von 2026 seien schon deutlich gestiegen, was Hoffnung mache. Ihr Ansatz: Mehr Geld in die Hand nehmen, bürokratische Hürden abbauen, die Baukosten reduzieren. Der so genannte "Bau-Turbo", vor einem halben Jahr gestartet, werde schon in vielen Kommunen spürbar. Außerdem kündigt Hubertz eine neue „Upgraded-Version“ des Baugesetzbuches an, mit der es künftig schneller gehen soll – zumindest auf dem Papier. Auch an innovativen Lösungen wie dem "Gebäudetyp E" für billigeres Bauen wird gewerkelt, um den Bau voranzutreiben. Und – fast schon nebenbei – fordert sie, das Förderprogramm EH55-Plus über das geplante Ende hinaus zu verlängern. Klingt alles nach Rettung. Aber ob das – bei den bekannten Lieferengpässen, steigenden Preisen und mittlerweile auch knapper werdenden Handwerkern – wirklich reicht? Selbst Hubertz klingt dabei stellenweise wie jemand, der gerne überzeugt wäre, es aber selbst nicht ganz glaubt.

Verena Hubertz, Bundesbauministerin, bleibt trotz der enttäuschenden Wohnungsfertigstellungen in Deutschland zuversichtlich und verweist auf die Folgen vergangener Krisenjahre. Mit verstärkten Investitionen in sozialen Wohnungsbau, beschleunigten Genehmigungsverfahren und geplanten Gesetzesänderungen will das Ministerium die Wende schaffen. Aktuelle Branchenanalysen betonen aber, dass Herausforderungen wie Fachkräftemangel, hohe Baukosten und Lieferprobleme den angestrebten Aufschwung bremsen und fordern weitergehende Maßnahmen. Auch jüngste Berichte namhafter Medien machen die Schwere der Situation deutlich: So meldete etwa die FAZ, dass der Wohnungsneubau in Deutschland weiterhin weit hinter den Regierungszielen zurückbleibt und Experten davor warnen, dass selbst 2025 die Talsohle nicht durchschritten ist. ({"https://www.faz.net"}) Zudem diskutiert die Süddeutsche Zeitung die wachsende Sorge vieler Städte, dass neue Regelungen alleine wenig nützen, solange Baulücken entstehen und Wohnungen leer stehen, weil Investoren zögern oder die Nachfrage ausbleibt. ({"https://www.sueddeutsche.de"}) Die ZEIT berichtet von Mietervereinen, die fordern, neben Bauprojekten endlich auch Maßnahmen gegen Leerstand und spekulativen Immobilienbesitz zu ergreifen, um die Krise sozial abzufedern. ({"https://www.zeit.de"})

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