Mehr Schwung wagen: Der deutsch-französische Unterschied im Umgang mit dem großen Wurf

Berlin/Hamburg – Jens de Buhr kontert Friedrich Merz’ Skepsis: Deutschland muss nicht noch vorsichtiger werden, sondern jetzt mutiger und entschlossener handeln. Statt auf den sprichwörtlichen Knall zu warten, sollten wir ihn endlich auslösen.

heute 09:05 Uhr | 3 mal gelesen

Friedrich Merz, immer pragmatisch und vielleicht allzu vorsichtig, verkündet beim ZVEI-Kongress, große politische Knalleffekte – ein 'Big Bang' – seien in Berliner Behördenfluren nicht zu erwarten. Jens de Buhr, unermüdlicher Kopf hinter dem BIG BANG KI Festival, will diese Zurückhaltung partout nicht stehenlassen. 'Den Big Bang gibt es', hält er dagegen. Aber eben nicht als Himmelsgeschenk. Macht man selbst, mit Geduld – und auch mal Lust auf Risiko. Ewig neue Strategiepapiere und zahllose Reformfahrpläne – klar, die braucht es wohl. Doch, so de Buhr, was Deutschland gerade fehlt, ist Lust auf Anfänge. Weniger Gründe, warum es nicht klappt. Mehr Leute, die zeigen, dass es geht. Ohne Zögern, ohne Bedenkenträgerei, dafür mit Anpacken. Das BIG BANG KI Festival sei dafür das Sinnbild: Mini-Team, überschaubare Mittel – giftige Zweifel im Gepäck. Doch 12.000 Gäste, 400 Speaker… das geht? Geht! Weil Aufbruch wichtiger ist als Verwaltung. Gerade bei Künstlicher Intelligenz, sagt de Buhr, kann sich Deutschland langwierige Prozesse einfach nicht leisten – und trotzdem wird gezögert. KI krempelt alles um, schneller als Berlin einen Paragrafen umdrehen kann. Wer wartet, verliert. Daher: weniger Zögern, mehr Machen. De Buhr ruft sogar Kanzler Merz nach Berlin, um sich persönlich von der Tatkraft bei Mittelstand und Talenten zu überzeugen. Es hapert aber nicht nur an Taten, sondern oft am Signal. Ein französischer Präsident ist einfach da, unterstützt Start-ups und Innovation sichtbar. Warum gelingt uns das nicht auch? De Buhr ruft nach einem echten, konkreten politischen Zeichen: Zeigen, dass das Land es ernst meint mit Veränderung und Zukunft. Sein klares Urteil: Der Big Bang gehört gemacht, nicht verwaltet. Deutschland braucht nicht weniger davon – es braucht endlich mehr. (Infos zum BIG BANG KI Festival: Am 16./17. September 2026 treffen sich in Berlin über 12.000 Teilnehmende und 400 Speaker aus Wirtschaft, Politik, Technologie und Wissenschaft, damit Künstliche Intelligenz verständlich und praktisch erfahrbar wird.)

Jens de Buhr widerspricht Bundeskanzler Merz deutlich und fordert mehr Mut zu grundlegenden Veränderungen, vor allem im Bereich Künstliche Intelligenz. Mit dem BIG BANG KI Festival will er beweisen, dass große Innovationen auch aus kleinen Teams entstehen können, sofern der Wille zum Handeln überwiegt. Inzwischen häufen sich Warnungen aus Wirtschaft und Wissenschaft, dass Deutschlands Zaudern bei KI-Innovationen, aber auch in anderen digitalen Schlüsselsektoren, zu einem echten Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit werden könnte. Aktuelle Recherchen zeigen, dass insbesondere der deutsche Mittelstand eine stärkere staatliche Anschubhilfe und klare Bekenntnisse von der Politik vermisst. Die Bundesregierung diskutiert zwar regelmäßig neue Digitalisierungs- oder KI-Strategien, doch mangelt es an konkreten Umsetzungen und sichtbaren Leitmotiven, wie sie beispielsweise Emmanuel Macron in Frankreich mit seinem persönlichen Einsatz regelmäßig setzt. Internationale Analysen belegen, dass Länder, die beim Thema Künstliche Intelligenz Tempo machen, bereits jetzt entscheidende Standortvorteile aufbauen, während deutsche Unternehmen bei Investitionen und Adaption eher vorsichtig agieren.

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