Noch nie so viele Wähler: Rekordbeteiligung bei Ungarns Parlamentswahl

Ungarns Parlamentswahl erlebt einen noch nie dagewesenen Andrang: Schon bis zum Mittag gaben mehr Menschen ihre Stimme ab als jemals zuvor zu diesem Zeitpunkt.

heute 14:52 Uhr | 3 mal gelesen

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet heute so viele Ungarn den Weg an die Urnen suchen? Das nationale Wahlbüro meldete zur Mittagszeit (13 Uhr) eine Beteiligung von 54,1 Prozent – zum Vergleich: Vor zwei Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 40,1 Prozent. Das ist nicht irgendeine Randnotiz, sondern spürbare Spannung im Land. Weil: Erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit steht Viktor Orbans Fidesz-Regierung auf der Kippe. Der Wahlabend bleibt unberechenbar. Wer durch Budapest schlendert, spürt schon in der Luft: Vor allem Jüngere und Städter sind mobilisiert und machen eine Rückkehr von Fidesz weniger wahrscheinlich als je zuvor. Vielleicht liegt es am neuen Gesicht Peter Magyar, der mit seiner Tisza-Partei Fidesz und Orban gefährlich werden könnte – das zeigen zumindest die letzten Umfragen, in denen Magyar klar vorne lag. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Orbans Dauerthema "Krieg und die böse EU" diesmal niemanden so recht beeindrucken will, während Magyar Alltagssorgen wie Wirtschaft und Korruption in den Vordergrund schiebt. Was fast untergeht: In der Migrationsfrage nehmen sich beide Parteien nicht viel. Die Wahllokale bleiben bis 19 Uhr geöffnet; erste Hochrechnungen sollen gegen 20 Uhr durchsickern. Über acht Millionen Menschen könnten entscheiden, wie es mit Ungarn und seiner Rolle in Europa weitergeht. Spannender Wahlsonntag – oder eher der Anfang vom Ende für den ewigen Premier?

Die Parlamentswahl in Ungarn sorgt für internationales Aufsehen, denn schon bis 13 Uhr lag die Wahlbeteiligung mit über 54 Prozent so hoch wie nie zuvor. Viktor Orbans Fidesz-Partei steht dabei erstmals seit vielen Jahren ernsthaft unter Druck; die Oppositionspartei Tisza unter Peter Magyar hat laut Umfragen gute Chancen. Der Wahlkampf drehte sich weniger um die klassischen Themen wie Migration (wo Fidesz und Tisza ein ähnliches Bild abgeben), sondern um Kritik an der EU, die Sorge vor internationalen Konflikten und innenpolitische Missstände wie Korruption und eine schwächelnde Wirtschaft. Interessant ist, dass die jüngeren und urbanen Wählergruppen besonders aktiv geworden sind, was möglicherweise die politische Landschaft verschieben könnte. Laut aktuellen Medienberichten bleibt die Auszählung spannend, denn selbst Experten trauen sich bislang keine sichere Prognose zu – die politische Zukunft Ungarns steht auf dem Spiel.

Schlagwort aus diesem Artikel