BER-Zahlen offenbaren: Hauptstadt will mehr Nonstop-Langstrecken

Aktuelle Reisestatistiken am BER legen nahe, dass Berlin dringend mehr direkte Fernflüge braucht – viele Passagiere nehmen derzeit umständliche Umwege in Kauf.

heute 05:02 Uhr | 4 mal gelesen

Eine schriftliche Anfrage von drei SPD-Politikern brachte Bewegung: Der BER, sonst eher zugeknöpft, hat eine Übersicht herausgerückt, die erstmals schwarz auf weiß zeigt, wohin Fluggäste am liebsten per Zwischenstopp entschweben. Überraschung? Ganz vorn ist Bangkok gelandet. 2025 sind es fast 65.000 Fluggäste, die sich für diesen langen Weg entscheiden – rechnerisch ergäbe das beinahe eine tägliche Direktverbindung mit einem nicht mal besonders großen Flieger. Asien und die USA dominieren unter den am meisten nachgefragten Zielen – zwölf zu neun, falls das jemand zählt und sich fragt, wo die Reise-Frustration am größten ist. Die SPD-Abgeordneten fordern jetzt lautstark, dass der Staat – immerhin Miteigentümer am BER – nicht länger zuschaut und endlich für mehr Direktverbindungen gerade auf der Langstrecke sorgt. Besonders sticht der (ärgerliche?) Ton gegen das langjährige Lufthansa-Duo in München und Frankfurt hervor. Berlin bleibt abgehängt, ein Relikt alter Westzeiten – das ist der Vorwurf. Das nervt offensichtlich nicht nur die Abgeordneten, sondern auch immer mehr Berliner, die genug vom Umsteigen haben.

Im Kern dokumentieren die neuen BER-Zahlen, dass Hunderttausende Passagiere den Hauptstadtflughafen regelmäßig für Langstrecken nutzen möchten, aber mangels Nonstop-Angeboten (insbesondere nach Asien und Nordamerika) auf Umwege über andere Drehkreuze angewiesen sind. Die Rufe nach politischen und wirtschaftlichen Veränderungen werden lauter: Neben besseren Direktverbindungen rücken Wettbewerbsfragen in den Fokus, vor allem das Flugnetz-Monopol von Lufthansa mit ihren Auftrittsorten München und Frankfurt steht am Pranger. Aktuell sieht es so aus, dass ohne gezielte Investitionen und aktive politische Einflussnahme die Hauptstadt weiter abgehängt bleibt – aus Sicht vieler Berliner ein untragbarer Zustand. Nach Durchsicht neuer Medienberichte (taz, DW, Spiegel, Zeit, The Local, u.a.) ergibt sich: BER bleibt ein Sorgenkind im deutschen Flugverkehr. Diskussionen über Expansionspläne und Initiativen für mehr Fernflüge (u.a. nach New York und Shanghai) sind in vollem Gange. Kritisch bleibt die Rolle von Lufthansa, die weitgehend bestimmt, welche deutsche Stadt internationale Knotenfunktion bekommt, und dabei Berlin oft zurückstellt.

Schlagwort aus diesem Artikel