Stillstand im besten Sinne: Das FAYN in Algund bei Meran bleibt seit zehn Jahren seinem Prinzip treu, dass weniger manchmal mehr ist. Herta Mahlknecht und Matthias Kröber sagen selbst, dass sie eine Gegenwelt zum immer Schneller und Grösser der Hotellerie bauen wollten. Fragen nach dem nächsten Erweiterungsbau oder mehr Betten erleben sie vermutlich oft – aber die Antwort bleibt immer: Stille, persönliche Nähe, Entschleunigung. Jeder Gast soll seine eigene Ecke finden – kein Gedränge, keine Hektik. Der Garten scheint keine simple Kulisse zu sein, sondern vielmehr Rückgrat und Seele des Ganzen: Wildromantische Winkel, Palmen überraschend mitten in Südtirol, dazu das satte Grün der Weinberge als sanftes, aber doch stets präsentes Band. Innen dominieren natürliche Materialien statt Glamour-Flair. Manches hat fast etwas Verspieltes, manches wirkt wie zufällig zum perfekten Ensemble geworden. Wer Luxus als lauten Pomp erwartet, schaut vielleicht anderswo – hier regiert eine ruhige, fast altmodisch wirkende Sorgfalt.
Die Spa- und Wellnessbereiche tauchen auf wie versteckte Rückzugsinseln. Vom Yoga bis zum Infinitypool, von behandelten Steinen bis zur schlichten Liege im Gras – das FAYN macht nie viel Aufhebens um sich selbst, sondern überrascht lieber im Kleinen. Und das Essen? Laut den Gastgebern versteht sich das Restaurant als Spiegelbild der Landschaft. Mal kräftige Aromen, häufiger aber leichte, frische Küche mit saisonaler Handschrift. Apropos Handschrift: Die eigene Vinothek und ein hausgemachter Südtiroler Rotwein gehören zum guten Ton.
Was bleibt? Ein Gefühl wohltuender Gelassenheit, ein Ort, der sich seine Eigenwilligkeit bewahrt hat. Hier muss keiner zur Selbstdarstellung ansetzen – es reicht, einfach im Garten zu sitzen, Berge und Sonne zu sehen und das Handy mal für eine Stunde im Zimmer zu lassen. Kleiner Gedanke am Rand: Vielleicht liegt darin tatsächlich die Zukunft der Hotellerie...
FAYN in Algund setzt seit 2014 gezielt auf Exklusivität im Kleinen und lebt eine Philosophie, die dem hektischen Hotelalltag widersteht. Trotz wachsendem Trend zu Massentourismus bleibt das Retreat überschaubar, legt Wert auf persönlichen Kontakt und auf die Verbindung zur südtiroler Natur – von mediterranen Pflanzen bis zu alpinen Panoramen. Das Angebot reicht von individuell gestalteten Zimmern über Spa bis hin zu einer regionalen, aber kreativen Küche, die das Hotel zu einer gefragten Oase zwischen Tradition und Moderne macht. Ergänzend zu diesen Informationen zeigen aktuelle Medienberichte, dass insbesondere kleine Luxushotels in Südtirols Tourismus eine neue Rolle spielen: Individuelle Konzepte werden zunehmend nachgefragt, während Gäste Autonomie und Authentizität höher schätzen als das größte Angebot. Nachhaltigkeit und enge Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern werden zum Qualitätskriterium, besonders nachdem größere Hotelketten einen Standardisierungsdruck erzeugen, den viele Reisende inzwischen bewusst meiden.