Stadionverbot für zahlungsunwillige Eltern? SPD-Politikerin bringt kontroverse Idee ins Spiel

Eine SPD-Abgeordnete sorgt mit einer neuen Forderung in der Debatte um unbezahlten Kindesunterhalt für Aufsehen: Künftig könnte Stadionverbot eine spürbare Strafe für renitente Elternteile werden, die sich ihrer Verantwortung entziehen.

heute 17:42 Uhr | 4 mal gelesen

Die Diskussion ist eigentlich alt, aber die jüngste Idee hat einen ganz eigenen Ton: Jasmina Hostert, die in der SPD für familiäre Themen steht, plädiert im Nachrichtensender 'Welt' dafür, gegen Elternteile, die den Kindesunterhalt nicht zahlen, härter durchzugreifen. Ihrer Ansicht nach sind die bisherigen Mittel, wie etwa der viel diskutierte Führerscheinentzug, möglicherweise gar nicht zielgenau. Klar – für manche mag ein Fahrverbot unangenehm sein, aber es kann eben auch existenzielle Probleme verursachen, etwa wenn die Betroffenen ihr Auto benötigen, um zur Arbeit zu kommen. Hostert hält das für bedenklich und schlägt stattdessen etwas Überraschendes vor: Warum also nicht mal ein Stadionverbot? Wer sich etwa teure Tickets für sein Lieblingsteam leisten kann, aber beim eigenen Kind den Geldfluss kappt, den sollte das wirklich treffen, meint sie. Überhaupt sieht sie da eine große Schieflage – offenbar ist bei manchen das Geld ja da, nur eben nicht fürs Kind. Ein Schufa-Eintrag als zusätzliche Sanktion wäre für sie ebenfalls denkbar. Aus Sicht von Hostert ist auch die Steuerung durch den Staat ein Problem: Lediglich 17 Prozent der säumigen Unterhaltssummen kann der Staat offenbar zurückholen – das sei "empörend niedrig". Und, ach ja, die meisten, die hier aus der Reihe tanzen, sind laut Hostert auch noch männlich. Was das für gesellschaftliche Rollenbilder sagt? Darüber wird wohl noch zu reden sein.

Die SPD-Politikerin Jasmina Hostert fordert eine spürbare Verschärfung der Sanktionen für Elternteile, die sich um den Unterhalt für ihre Kinder drücken – darunter ein Stadionverbot. Hintergrund ist die niedrige Rückholquote beim Unterhaltsvorschuss, denn der Staat bleibt meist auf den Kosten sitzen und kann das Geld nur selten effektiv von den eigentlichen Schuldnern eintreiben (tatsächlich sind laut neuesten Daten nur 17 Prozent erfolgreich). Hosterts Ansatz provoziert nun eine Debatte, wie konsequent der Staat mit Unterhaltsverweigerern umgehen sollte, wobei sie auch die gesellschaftlichen Rollenbilder ins Spiel bringt. Ergänzende Recherche zeigt: Auch in anderen Ländern wie Großbritannien und Frankreich werden kreative Ansätze diskutiert; zudem gibt es Stimmen, die warnen, dass solche Maßnahmen nicht in jedem Fall fair oder praktikabel sind. Kritiker wenden ein, zu harte Strafen könnten das Verhältnis zu den betroffenen Kindern weiter belasten. Seitens der Familiengerichte und Jugendämter gibt es Forderungen an die Politik, stattdessen gezielter zu vermitteln und bestehende Lücken im Unterhaltsrecht zu schließen.

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