SPD-Politikerin Moll: Höhere Tabakpreise halten kaum jemanden vom Rauchen ab

Die SPD-Gesundheitsexpertin Claudia Moll zeigt sich skeptisch, dass eine Anhebung der Tabaksteuer Menschen wirklich dazu bringt, das Rauchen aufzugeben. Im Podcast von POLITICO spricht sie offen über persönliche Erfahrungen und eigene Schwierigkeiten, einen Schlussstrich unter die Nikotinsucht zu ziehen.

heute 16:54 Uhr | 4 mal gelesen

Claudia Moll nimmt kein Blatt vor den Mund: Sie nennt sich selbst ironisch eine "Kampfraucherin" – und hat trotzdem, trotz mehrfacher Versuche mit Akupunktur oder Hypnose, nie die Kurve beim Rauchstopp bekommen. Nach solchen Therapiesitzungen habe sie sich sogar direkt vor der Tür wieder eine Zigarette angesteckt, gibt Moll lachend zu. Die Gesundheitspolitikerin hegt daher ernste Zweifel, ob die geplante Tabaksteuererhöhung wirklich viele Raucher:innen zum Aufhören bewegt. "Wir haben uns die Zigaretten irgendwie immer zusammengekratzt, unabhängig vom Geldbeutel", erinnert sie sich. Sorge bereitet Moll zudem ein möglicher Aufschwung des Schwarzmarkts, falls die Preise weiter steigen. Viel lieber sähe sie die steigenden Steuereinnahmen zweckgebunden im Gesundheitsbereich verwendet. "Das Geld sollte – wenn schon – dorthin fließen, wo auch die Probleme landen", sagt sie deutlich. Verbrauchsteuern hält sie grundsätzlich für gerechtfertigt, wünscht sich dann aber mehr Konsequenz: Auch Alkohol solle aus ihrer Sicht umfassender besteuert werden, nicht nur hochprozentige Spirituosen.

Claudia Moll stellt die Wirkung von Tabaksteuererhöhungen auf das Rauchverhalten infrage – sie glaubt nicht, dass die Maßnahme viele zum Aufhören bringt. Für sie ist entscheidend, dass zusätzliche Einnahmen konsequent in Prävention und Gesundheitswesen investiert werden. Nach neuesten Berichten in anderen Medien werden europaweit ähnliche Diskussionen geführt und auch Studien der WHO zeigen: Steuererhöhungen führen kurzfristig zu weniger Konsum, langfristige Effekte jedoch hängen stark vom sozialen Umfeld und von begleitenden Maßnahmen ab.

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