Wenn ich ehrlich bin, hat wohl niemand beim ersten Tankstopp im Januar wirklich gejubelt: Laut frischer ADAC-Zahlen lag der mittlere Preis für einen Liter Super E10 bei 1,739 Euro – satte 8,6 Cent mehr als noch im Dezember. Diesel war sogar noch stärker im Preis gestiegen, im Schnitt um 9,4 Cent auf nun 1,692 Euro – damit ist der Unterschied zu Benzin so klein wie selten. Merkwürdig eigentlich, weil die Energiesteuer auf Diesel doch gut 20 Cent niedriger liegt. Hauptschuld an dem ganzen Dilemma tragen offenbar die gestiegenen Ölpreise. Die Sorte Brent zum Beispiel ist innerhalb eines Monats von unter 60 auf über 70 Dollar je Fass geklettert. Ein leicht stärkerer Euro hat zwar ein wenig gedämpft, aber einen echten Unterschied merkt man an der Zapfsäule ehrlich gesagt kaum. Auffällig: Der ADAC verliert kein gutes Wort über die Preise; angeblich seien sie rund um den Jahreswechsel zu hoch gewesen, obwohl das Rohöl günstiger war – da kommt schon der Verdacht auf, dass hier mehr als nur Kostensteigerungen mitspielen. Den teuersten Tag für Benzin erwischte man am 15. Januar: Da kostete Super E10 stolze 1,749 Euro. Diesel-Fahrer zahlten am 31. Januar am meisten, nämlich 1,718 Euro pro Liter. Den besten Deal gab es für beide Sorten kurioserweise am 1. Januar. Ziemlich verrückt, wie sich so viel innerhalb von nur einem Monat drehen kann.
Die Spritpreise in Deutschland haben im Januar einen deutlichen Sprung gemacht, wobei Benzin und Diesel fast gleichauf liegen – nur noch wenige Cent Unterschied, obwohl die Steuerlast unterschiedlich bleibt. Verantwortlich sind zum einen die gestiegenen Ölpreise, aber auch der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar hatte einen (wenn auch kleinen) Einfluss. Interessant ist, dass der ADAC die Preisgestaltung scharf kritisiert; offenbar sei das Tanken über die Feiertage und zum Jahreswechsel viel teurer gewesen, als es der Ölmarkt rechtfertigen würde.
Ergänzend dazu berichten mehrere aktuelle Artikel, dass Preisschwankungen an den Zapfsäulen teils sogar innerhalb weniger Stunden auftreten – was viele Autofahrer zunehmend verärgert. Laut dem ADAC ist Deutschland europaweit im Mittelfeld bei den Spritpreisen, allerdings sind regionale Unterschiede stark bemerkbar; vor allem in ländlichen Gegenden ist das Tanken häufig günstiger als in Großstädten. Die Debatte über alternative Antriebe (Stichwort: Elektromobilität) gewinnt erneut an Fahrt, da viele Verbraucher angesichts der Preise über einen Wechsel nachdenken.