Manchmal sieht alles so einfach aus, wenn ein Weltklassespieler nach hinten liegt und doch noch das Spiel dreht. Aber wer im Sport unterwegs ist – und das gilt auch für Manager:innen oder Mitarbeitende – kennt diese Momente, in denen es bergab geht. Auch Julian Trahe, Sport- und Arbeitspsychologe beim TÜV Rheinland, weiß: Rückschläge gehören dazu, Fragen nach eigenem Anteil und Vermeidbarkeit ebenfalls. Statt Schuldige zu suchen, lohnt es, in die Analyse zu gehen – Fehlerkultur heißt das Zauberwort, die zum Fortschritt beitragen kann. Führungskräfte und Teams profitieren enorm, wenn sie lösungsorientiert auf Probleme blicken und gemeinsam daran wachsen.
Gerade unter Stress, etwa bei Krisen-Meetings, geraten Teams leicht ins Schleudern. Hier können Sportmethoden Wunder wirken: Atemübungen, seien sie noch so simpel, wie das bewusste Atmen in vorgegebenen Rhythmen, oder kleine Achtsamkeits-Checks können erstaunlich hilfreich sein, um die Gemüter zu beruhigen und den Fokus wieder auf das Wesentliche zu richten. Ehrlich gesagt – wie oft passiert es, dass Meetings ewig ausufern und eigentlich niemand mehr zuhört? Ein kurzer gemeinsamer Moment zum Runterkommen kann Berge versetzen.
Visualisierungen – also das klare Vorstellen erreichter Ziele – gehören zur Grundausstattung vieler Sportlerinnen und Sportler. In Unternehmen wird das oft vergessen. Dabei gilt: Je konkreter und gemeinsamer die Zielvorstellung, umso besser die Motivation und der Output. Und: Gutes Feedback, ob durch Kolleginnen oder Chefs, lässt uns nicht nur besser schlafen, sondern wächst regelrecht Flügel. Nur muss auch Kritik ein Angebot für gemeinsames Lernen sein, nicht der klassische Tadel.
Vertrauen ist in modernen Führungskulturen das geheime Schmiermittel: Wer Mitarbeitenden mehr zutraut, sie bei Entscheiden einbindet und ihnen Raum zur Entwicklung gibt, kann auf Dauer Erstaunliches erleben. Häufig ist dabei der Draht zum Team entscheidend. Ein persönliches Wort zur rechten Zeit, ehrliches Interesse, nicht nur die To-do-Liste.
Ein Team ist keine bloße Menschenansammlung – das weiß jeder, der mal Teil einer guten Mannschaft war oder eben einfach Glück mit Kolleginnen hatte. Unterschiedliche Charaktere können sich ergänzen, solange der Trainer – oder eben die Führungskraft – auf Ausgleich und Gespräch setzt. Bei Konflikten ist Vermittlung gefragt, im Zweifel auch mal Hilfe von außen. Apropos: Virtuelle Teams müssen sich genauso zusammenschweißen – kleine Rituale, regelmäßige Kaffeetermine oder ehrliche Gespräche helfen oft mehr als 100 Mails. Letzten Endes: Gemeinsame Erlebnisse, auch mal jenseits von Quartalszahlen, geben nicht nur im Sport Rückenwind.
Unterm Strich: Unternehmen können vom Profisport einiges lernen – etwa eine positive Fehlerkultur, gezielte Team-Motivation und Achtsamkeitstechniken gegen Stress. Die TÜV Rheinland AG, ein weltweit tätiger Prüf- und Beratungsdienstleister aus Köln mit 27.000 Mitarbeiter:innen, unterstützt mit Expertise in Arbeits- und Organisationspsychologie, um genau solche Werte in Unternehmen zu fördern. Gerade in den letzten Jahren hat sich der Fokus im Arbeitsschutz von reiner Unfallvermeidung hin zu umfassender betrieblicher Gesundheitsförderung verschoben. Nach aktuellen Berichten aus der Fachpresse unterstreicht die Forschung, dass Unternehmen mit offener Fehlerkultur resilienter auf globale Krisen reagieren, Mitarbeitende durch Achtsamkeitstechniken signifikant weniger Burnout-Symptome zeigen und hybride Teams durch gezielte Rituale den Teamzusammenhalt stärken. Gleichzeitig steht die betrieblich-psychische Gesundheit verstärkt im Fokus – nicht zuletzt durch zunehmende Belastungen im Arbeitsalltag und die Herausforderungen der digitalen Transformation.