Marc Cain, Musik, Berlin: Eine Fashion-Inszenierung, die bleibt

Ein akustischer Saal, illustre Persönlichkeiten und Mode, die das Hier und Jetzt feiert – Marc Cain setzt bei der Berlin Fashion Week nicht nur auf Stoffe und Schnitte, sondern auch auf überraschende Momente zwischen Klang und Stil. Stargäste wie Jerry Hall, Elizabeth Jagger und Kelly Rutherford verliehen dem Abend in der Hauptstadt besonderen Glanz. Und am Ende bleibt nicht nur Applaus, sondern ein Nachhall.

heute 17:15 Uhr | 3 mal gelesen

Die Berliner Modewoche: Laut, ein bisschen abgedreht, manchmal Gänsehaut. Diesmal hat Marc Cain sich den historischen Aufnahmesaal im Funkhaus ausgesucht – ein Ort, der schon vor Jahrzehnten Avantgarde war und mit seiner besonderen Akustik immer noch überrascht. Unter dem Motto 'Echo of Now' verschmolzen an diesem Abend Musik und Mode so kunstvoll, dass sich selbst Skeptiker wunderten: Geht da noch was? Und ob! Eine Frauenband eröffnete den Abend mit 'Feeling Good', sofort gaben Lichter, Sounds und die wunderbar lakonische Kulisse den Ton an. Zu Beginn schwebten helle, leicht wolkige Strickvariationen im Pantone-Klang Cloud Dancer über das satte Blau des Bodens. Später wurde es bunter – Orange, Pink, Grasgrün. Manchmal wirkte das alles wie ein kühner Spaziergang durch einen Farbkasten; Animalprints (diese Ozelots!) und Fake Fur flirteten charmant mit Leder. Fake-Ponyfell, Seventies, aber keine Spur Retro-Kitsch. Ja, manch einer mag den Mut suchen, zwei Taschen übereinander zu tragen, aber Overaccessorizing als Ansage funktioniert hier irgendwie. Paisleys, Pillbox-Hüte, breite Schultern und dann doch wieder Schleifen – Marc Cain vereint Widersprüche mit einer Leichtigkeit, die sich erst nach einem zweiten Hinschauen entfaltet. Am längsten Catwalk Berlins bewegten sich Models im Gleichklang mit Licht und Musik, unterbrochen vom Gesangs-Trio MVX, das sämtliche ironische Distanzen wegsang. Hinter dieser gesamten Dramaturgie steckte, wie so häufig, die fast schon musikalische Handschrift von Creative Director Marinela Oglan. Gäste? Viele. Ach, die Namen lassen sich lesen wie das Bestellbuch eines Stardesigners: Jerry Hall und Tochter, Kelly Rutherford – elegant, anfassbar und irgendwie echt im Moment. Mein persönliches Fazit: Modeschauen können schnell verblassen, doch diese hier hallte noch lange nach. Vielleicht lag es am Setting, an der vibrierenden Stadt oder einfach daran, dass manchmal Kunst und Kommerz doch zusammengehen.

Marc Cain schaffte es, während der Berlin Fashion Week 2026 mit einer Show im Funkhaus Berlin sowohl musikalische als auch ästhetische Akzente zu setzen. Wie verschiedene Medienberichte und Reaktionen zeigen, fanden die mutigen Farbkombinationen, die signifikanten Muster und die musikalische Inszenierung international Anerkennung, wobei auch das Promiaufgebot die Wirkung nicht schmälerte, sondern verstärkte. Der aktuelle Trend auf der Berlin Fashion Week geht laut taz.de, Spiegel.de und Zeit.de ohnehin immer mehr dahin, Haute Couture mit gesellschaftlichen Statements, Nachhaltigkeit und überraschenden Kollaborationen zu verbinden; Marc Cain gelang es, Eleganz und Dynamik zu verschmelzen, und eröffnete damit eine zeitlose Dialogfläche zwischen Mode und Lebensgefühl.

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