Man muss kein Prophet sein, um Unruhe zu bemerken: Europas Konzerne stehen am Scheideweg. Die Zahlen stehen nicht zum Besten, die Stimmung schwankt zwischen pragmatischem Realismus und echter Sorge. Besonders auffällig: Während italienische Manager fast trotzig Zuversicht zeigen, gehen in Deutschland und Frankreich die Alarmglocken an. In Deutschland hat der Optimismus rasant abgenommen – minus 21 Prozentpunkte seit Frühling. Viele Führungskräfte und Bürger empfinden den wirtschaftlichen Abwärtstrend als nahezu unausweichlich. Interessant, aber fast schon ironisch: Ausgerechnet die jüngere Generation appelliert an 'mehr Europa', als wäre die alte Idee von Solidarität plötzlich eine Investition in die Zukunft und nicht bloß ein politisches Lippenbekenntnis. Ob das reichen wird? Da bin ich mir gar nicht so sicher. Der Ruf nach kolossalen Reformen, besonders im Energiesektor und der Verteidigung, mischt sich mit dem drängenden Wunsch, endlich Bürokratie zu entschlacken und mehr Flexibilität für Unternehmen zu schaffen. Als Sahnehäubchen: Manager wollen jetzt selbst mehr Mitsprache in politischen Prozessen. Aber will das die Bevölkerung wirklich – oder nur die, die eh schon am Ruder sitzen? Irgendwo zwischen Zweckoptimismus und latenter Panik steht Europa also da und blickt in einen nebligen Horizont. Die Zeit zum Handeln, so scheint es, läuft uns davon.
Die aktuelle BCG-Studie veranschaulicht, dass Europas Topmanager angesichts der stagnierenden Wettbewerbsfähigkeit massive Umbrüche erwarten. Fast alle sehen kurzfristig einen Stellenabbau kommen und einen Rückgang an Investitionen, falls keine grundlegenden Reformen eingeleitet werden. Während Italien optimistisch bleibt, herrscht in Deutschland und Frankreich große Skepsis; die Mehrheit der Bevölkerung plädiert allerdings parteiübergreifend für ein 'Mehr Europa' anstelle eines Rückfalls in nationalstaatliches Denken. Besonders die jüngere Generation verbindet mit der europäischen Integration die Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung. Überraschend: Die Wirtschaft signalisiert nie dagewesene Bereitschaft, selbst in die politisch-strukturelle Reformarbeit einzusteigen, wünscht sich aber klarere Strukturen und Verantwortungsteilung. Neueste Pressemeldungen und Analysen (u. a. bei FAZ, taz und Zeit) betonen zusätzlich die Unsicherheit beim Ausbau von Schlüsselindustrien wie KI-Technologie und Energie, die durch geopolitische Krisen und schleppende Entscheidungen besonders unter Druck stehen. Ergänzend wird auf deutsch-italienische Gemeinsamkeiten im Umgang mit der Rezession verwiesen – ein Punkt, der in politischen Kreisen auf offene Ohren stößt.