IOC-Präsidentin Kirsty Coventry: Triumph, Schatten und ein Blick hinter die Kulissen

Ab dem 30. Januar 2026: Die ARD zeigt mit "Die Präsidentin" ein spannendes Porträt über die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry und beleuchtet dabei auch die weniger bekannten Seiten ihrer Karriere und ihrer Rolle in Simbabwe.

heute 11:22 Uhr | 5 mal gelesen

Kirsty Coventry – ein Name, der spätestens ab 2025 neu geschrieben werden dürfte. Sie hat es vom Schwimmbecken in Harare ganz an die Spitze des Internationalen Olympischen Komitees geschafft: erstmals eine Frau, eine Afrikanerin und dazu noch jünger als alle ihre Vorgänger. Klingt nach Poster-Story – doch da ist mehr. Die ARD-Dokumentation von Robert Kempe und Jochen Leufgens kratzt genau da, wo’s glänzt: Wie sieht ihr Werdegang abseits der Medaillenströme eigentlich aus? Was steckt hinter ihrem steilen Aufstieg und wie viel politische Verstrickung war nötig? In ihrem Heimatland Simbabwe ist Coventry doppelt bekannt – nicht nur als Athletin, sondern auch als Politikerin unter Präsident Emmerson Mnangagwa, einem Weggefährten des langjährigen Diktators Robert Mugabe. Ihre Amtszeit als Sportministerin: Ein Balanceakt zwischen Fortschritt und dem schwierigen politischen Erbe Simbabwes. Die Doku wirft Fragen auf, die Seltenheit haben: Was bewirkte Coventry wirklich für den Sport – und welche Spuren hat ihre politische Rolle hinterlassen? Was steckt hinter dem mysteriösen Fall der Farm, die ihr übertragen wurde, während das Land von Rechtsstreitigkeiten um Grundstücke geprägt wird? Vor allem aber: Wie ist ihre Glaubwürdigkeit zu bewerten, wenn sie weiterhin auf ein besseres Simbabwe pocht, während internationale Organisationen von Menschenrechtsverletzungen sprechen? Selten erhalten westliche Medien Zutritt nach Simbabwe, doch dem WDR-Team gelang es, Stimmen einzufangen, die das offizielle Bild infrage stellen. Coventry bleibt eine Figur zwischen Hoffnung und Zweifel, olympischem Glanz und den Schattenseiten ihrer Herkunft. "Die Präsidentin – Kirsty Coventry: Vom Golden Girl zum Olympischen Thron" läuft ab dem 30. Januar 2026 in der ARD Mediathek und am selben Abend im Ersten.

Die neue ARD-Dokumentation beleuchtet den außergewöhnlichen Weg von Kirsty Coventry: Als erste Frau und Afrikanerin an der Spitze des IOC steht sie im Rampenlicht, doch ihre Vergangenheit in Simbabwes Politik wirft lange Schatten. Ihre Rolle als Sportministerin unter Präsident Mnangagwa bleibt umstritten – besonders angesichts wiederholter Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen in Simbabwe und Coventrys Nähe zu einer repressiven Regierung. Hinzu kommt der dubiose Fall einer Farm, die ihr übereignet wurde, während das Thema Landbesitz in Simbabwe immer noch politisch umkämpft ist. Internationale Beobachter loben Coventrys Einsatz für den Sport, fordern aber mehr Transparenz über ihren politischen Einfluss. Neue Recherchen, etwa von Human Rights Watch und Amnesty International in aktuellen Artikeln, zeigen, dass die Unterdrückung politischer Gegner und die Kontrolle unabhängiger Presse in Simbabwe nicht nachgelassen haben – und dass Coventry sich zu diesen Themen bislang meist diplomatisch bedeckt hält.

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