Irgendwie ahnt man an so einem kühlen Samstagnachmittag schon, dass Derby-Tage selten so laufen wie erträumt – dieser war für Schalke jedenfalls eine ziemliche Bauchlandung. Gleich zu Beginn lauerte ein Paukenschlag: Bochum nutzte die erste Szene eiskalt, Koji Miyoshi netzte nach nur einer Minute ein. Das sprichwörtliche Blau vom Himmel war damit für die Schalker, naja, vorerst dahin. Die Bochumer Gastgeber spielten wach und clever, vor allem über links – Schalke wirkte zwar bemüht, aber nicht schockstarr, doch vorne fehlte jeder Esprit. Das Mittelfeld entwickelte sich zu einer richtig intensiven Schlacht – viel Gezerre, kaum klare Aktionen. Es war wie ein bröckelnder Mörtel; die Schalker Zuspiele wollten sich partout nicht zu Chancen zusammensetzen. Bochum hingegen: flink, schnörkellos, immer gefährlich, sobald’s schnell wurde. Dann, just vor der Pause: erneuter Ballverlust Schalker, blitzschneller Vorstoß über links, Hofmann vollendet – 2:0, die Luft bei Königsblau endgültig raus. Auch nach dem Seitenwechsel – frische Kräfte hüben wie drüben – änderte sich das Bild kaum. Schalke rannte, schnaufte, drückte, kam aber an der bodenständigen Bochumer Defensive nie richtig vorbei. Karaman hatte eine gute Gelegenheit, aber Bochums Keeper Horn krallte den Ball. Dann kurz Hoffnung: Ein Treffer für Schalke, doch der VAR nimmt’s wieder weg, Handspiel zuvor. Da war's endgültig vorbei. Bochum lauerte clever auf Konter, ließ nichts mehr zu – ein rundum verdienter Sieg im kleinen Revierderby. Schalke? Viel Ball, wenig Wirkung. Und jetzt? Die Konkurrenz atmet schon im Nacken.
Die Begegnung zwischen VfL Bochum und Schalke 04 am 20. Spieltag der 2. Bundesliga endete überraschend klar 2:0 für die Bochumer. Schalke verlor nach einem schnellen Rückstand früh den Faden, brachte trotz Überlegenheit im Ballbesitz kaum echte Torgefahr zustande und könnte die Tabellenführung noch an Darmstadt oder Paderborn verlieren. Während Bochum sich mit einer dynamischen Offensive und sicherer Defensive zurück ins obere Tabellendrittel spielt, bleibt Schalke mit großen Fragezeichen zurück – auch mit Blick auf die nächsten Gegner und die eigene Formkrise.
Im aktuellen Ligaumfeld bleibt die 2. Bundesliga extrem umkämpft: Sowohl Darmstadt als auch Paderborn sind am Schalke-Sturz interessiert, und mehrere Teams im Mittelfeld – dazu zählt nun auch Bochum wieder – hoffen auf einen Lauf in der Rückrunde. Die überraschend konstante Defensive und das frühe Stören der Bochumer wurden in mehreren Spielanalysen als Schlüssel zum Heimsieg benannt. In den Fanforen wird nun heiß diskutiert, ob Schalkes Trainerstab die richtigen Antworten auf den Druck und die Formschwäche findet, zumal die Konkurrenz punktet und zu wach sein scheint für hohe Ambitionen ohne entsprechende Leistung.