SPD-Generalsekretär pocht auf Sondersteuer für Extragewinne bei Mineralölkonzernen

Mit deutlichen Worten setzt sich SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf für eine Extra-Abgabe auf hohe Profite von Ölkonzernen ein. Autofahrer seien an den Zapfsäulen die Leidtragenden von Krisengewinnen.

heute 00:02 Uhr | 5 mal gelesen

Die aktuellen Spritpreise treiben vielen Menschen die Zornesröte ins Gesicht — und SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf spricht aus, was viele denken: Die großen Mineralölunternehmen schöpfen mitten in weltweiten Konflikten enorme Gewinne ab, während Verbraucher darunter ächzen. Im Interview mit der "Rheinischen Post" wettert Klüssendorf: "Das, was hier an den Tankstellen passiert, ist schlichtweg Abzocke auf dem Rücken der Leute." Eine Übergewinnsteuer müsse daher her, und zwar am besten gemeinsam mit anderen EU-Staaten. Ein paar Stellschrauben hat die Bundesregierung laut Klüssendorf tatsächlich schon gedreht: So dürfen die Spritpreise nur noch einmal pro Tag nach oben gezogen werden, außerdem schreibt ein neues Gesetz den Konzernen Transparenz über ihre Kalkulationen vor. Das alles sei ein Schritt in die richtige Richtung — aber noch nicht der große Wurf. "Transparente Preise sind schön und gut, aber im Ernstfall brauchen wir mehr Biss im Kartellrecht. Nur so können wir solche Machenschaften künftig wirklich bremsen", so Klüssendorf. Nicht nur er bläst ins Horn: Auch andere Spitzen der SPD, darunter Parteichefin Bärbel Bas und Fraktionsvorsitzender Matthias Miersch, sehen Übergewinne in der Krise kritisch und unterstützen die Forderung nach einer Sondersteuer.

Die Diskussion um die Einführung einer Übergewinnsteuer für Ölkonzerne ist nicht neu, erhält nun jedoch durch die jüngsten Preissteigerungen an deutschen Tankstellen neuen Auftrieb. Während vor allem die SPD einen stärkeren staatlichen Eingriff fordert, stoßen ähnliche Maßnahmen in anderen europäischen Ländern wie Italien oder Spanien sowohl auf politische Unterstützung als auch Widerstand von Wirtschaftsverbänden. Aktuelle Schlagzeilen zeigen, dass das Thema Übergewinnsteuer weiterhin polarisiert: Gegner warnen vor Investitionsrückgang und Signalwirkung für den Standort Deutschland; Befürworter hingegen sehen darin einen notwendigen Schritt zu mehr sozialer Gerechtigkeit und zur Belastung der Krisengewinner. Laut neuesten Medienberichten verschärfen globale Unsicherheiten durch Konflikte wie im Nahen Osten die Diskussion zusätzlich, da sich die Preissprünge immer schwerer erklären lassen. Insgesamt ist klar: Das Thema bleibt explosiv — nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich.

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