Das Thema überlastete Gerichte und explodierende Asylklagen bewegt derzeit Justiz, Politik und Öffentlichkeit. Hintergrund ist ein neuer Rekordstand an Klageeingängen bei den Verwaltungsgerichten, der mit den Ressourcen nicht mehr zu bewältigen ist. Während die AfD und der Richterbund nach schärferen Regeln und Personalaufstockung rufen, sieht das Bundesministerium der Justiz die angekündigten Reformen zunächst ausreichend – allerdings sind sich Experten einig, dass ohne Maßnahmen auf mehreren Ebenen das Problem in den kommenden Jahren weiter eskalieren dürfte. Satte Kritik kommt sowohl aus der Justiz als auch von Kommunen und teils aus den Landesregierungen, die ebenfalls mit überlasteten Systemen kämpfen. Die Forderung nach effizienteren Rechtswegen für Asylverfahren und einer personellen Stärkung der Justiz wird durch aktuelle Recherchen großer Tageszeitungen gestützt: So berichtet etwa die Süddeutsche Zeitung von konkreten Beispielen überarbeiteter Richterinnen und offener Verfahren (Stand Juni 2024), während Zeit Online Hintergründe zu Zusammenhängen zwischen Politik, Migration und Justiz liefert. In sozialen Netzwerken und Lokalzeitungen finden sich zudem Berichte über einzelne Städte oder Landkreise, in denen die Wartezeiten für Verwaltungsentscheidungen mittlerweile sämtliche Planungen unmöglich machen. Auch andere europäische Länder sehen sich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert, setzen jedoch zum Teil auf Digitalisierungsinitiativen und klarere Regeln für Rechtswege bei ausländischen Antragenden.
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