Laumann schiebt Überlegungen zu Steuererhöhungen auf die lange Bank und konzentriert sich stattdessen auf finanzielle Strukturen und langfristige Stabilität des deutschen Gesundheitssystems. Die Kosten sollen sich nach den Einnahmen richten, auch bei Medikamenten und Arzthonoraren – eine durchaus kontroverse Forderung, denn Leistungsbegrenzungen werden meist kritisch betrachtet. Die Kritik an der Wiedereinführung aller Beamten in die GKV ist nicht neu, aktuell mehren sich aber Stimmen, die auf die immensen finanziellen Belastungen für die Länder hinweisen. Recherche ergab: Bundesweit verschärft sich die Debatte über Prävention und Risikoverhalten – etliche Fachleute fordern gezielte Maßnahmen gegen Zucker, Tabak und Alkohol, nicht selten mit dem Verweis auf sinkende Lebenserwartung und hohe Folgekosten. Allerdings deuten aktuelle Studien – auch international – darauf hin, dass Steuererhöhungen allenfalls punktuell Effekte bringen, während strukturelle Reformen im Gesundheitssystem als vordringlich gelten (siehe u.a. Veröffentlichungen der WHO und des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Gesundheit). Zudem werden aktuell verschiedene Alternativen zur reinen Steuererhöhung diskutiert, etwa verbindliche Kennzeichnungen, Werbeverbote und gezielte Bildungsangebote.